Beim Umbau des Hauses Spröde setzt SSP auf Erhalt statt Ersatz und zeigt, wie Bauen im Bestand gelingen kann. Wo möglich wurden bestehende Materialien des 1954 vom Architekten Fido Spröde entworfenen Hauses wiederverwendet.
Adresse/Anfahrt
Haus Fido Spröde
Carl-von-Ossietzky-Straße 8
44225 Dortmund
Anfahrt
Jedes vorm Abriss gerettete Haus ist ein kleiner Hoffnungsschimmer angesichts der derzeitigen klimatischen Lage des Planeten. 2019 hat das Architekturbüro SSP eigens das Label GreytoGreen® ins Leben gerufen, das als Leitfaden für die Entwicklung nachhaltiger Architektur dienen soll.
Als sich der Architekt Thomas Schmidt vom Büro SSP, in ein Einfamilienhaus im Süden Dortmunds verliebte, war es heruntergekommen. Und obwohl es in keinem erfreulichen Zustand war, als Thomas Schmidt es fand, so hatte es doch geschafft, über 60 Jahre zu überdauern. Nun wurde dem 1954, nach dem Entwurf des heute kaum bekannten Architekten Fido Spröde, gebauten Haus, durch möglichst minimale Eingriffe zeitgemäße Wohnqualität verliehen. Wo immer möglich, wurden die verbauten Materialien erhalten oder wiederverwendet. Respektvoll wurde mit dem umgegangen, was bereits da war. Nun kann das schon 65 Jahre alte Wohnhaus für die nächsten 30 bis 40 Jahre bereitstehen, ohne Energie für einen Neubau verschwendet zu haben.
Weniger aber besser
Als klassisches Siedlungshaus der Nachkriegsjahre folgt der Bau einer vollkommen simplen Struktur und spiegelt in seiner Kubatur die Urform des Hauses wider. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, wie durchdacht die einfache Architektur ist. Die klaren Grundrisse lassen Raum für Adaptionen. Im Erdgeschoss konnte durch den Rückbau von zwei Wänden und drei Türen eine offene Raumstruktur geschaffen werden, die sich von Osten nach Westen durch das Haus zieht und so den Garten auf neue Weise in den Blick rückt. Sämtliche Materialien wurden darauf geprüft, ob sie erhalten werden können. Das klingt logisch, ist aber wenig selbstverständlich. Erhalten bleiben konnten neben den Tondachziegeln und der Fassade aus Fliesen und Naturstein unter anderem auch die aus der Erbauungszeit stammenden Holzfenster und Heizkörperverkleidungen. Der einzige sichtbare Eingriff im äußeren Erscheinungsbild ist die matt schwarze Verkleidung aus gefaltetem Blech, die nun den Windfang umschließt und sich als zeitgemäßes Material erkennbar macht. FSB 1023 bettet sich harmonisch aber zurückhaltend in die Architektur der 1950er Jahre ein. Die Nutzung des Griffs ist laut SSP in technischer sowie in funktionaler Hinsicht optimal. Die Sanierung des Hauses Fido Spröde von SSP wurde 2022 mit dem internationalen Häuser-Award ausgezeichnet.