Bereits beim Betreten beeindruckt das neue Bistro Goldmarie am Zollhafen in Mainz durch Farbkombinationen aus unterschiedlichen Grüntönen und starkem Orange und seine retrofuturistische Atmosphäre. Ein langer geschwungener Tresen verbindet die unterschiedlichen Raumhöhen – die organische Rückwand weckt maritime Assoziationen.
Das Design des modernen Bistros ist von Korallenriffen, Unterwasserwelten und vielleicht sogar dem Interieur von Kreuzfahrtschiffen inspiriert. Das maritime Thema jedenfalls fügt sich Lage der Goldmarie am Mainzer Hafenbecken. Fensterfront und Außenterrasse sind zum Wasser hin ausgerichtet, die Gäste blicken auf die Kräne und Schiffe des Hafens.
Das Bistro mit regionalem und saisonalem Menu wird auch Eventspace genutzt. Gastronomin Louisa Focking will, dass hier Platz findet, wer auch immer das Mainzer Rheinufer genießen möchte. Die Farbkombinationen erinnern an die 1960 und 1970er Jahre – eine Tischlampe von Verner Panton setzt gezielt Akzente im Raum.
„Die changierenden Farbnuancen des Gastraumes bilden eine abstrakte Schichtenstaffelung von Meerestiefe ab. Das Spiel aus Spiegelung und Versatz den Eigenschaften der Lichtbrechung im Wasser findet sich in der Fügung und Ausgestaltung des Mobiliars wieder.“
Beheimatet ist das Bistro Goldmarie im Wohnkomplex Pandion Doxx, der mit seinem doppel-X-förmigen Grundriss und einer goldenen Metallfassade Aufsehen am Mainzer Zollhafen erregt. Von drei Seiten von Wasser umgeben, profitieren die Bewohner:innen von einer außergewöhnlichen Lage. Der Bau wurde 2021 fertiggestellt. Die Bistroräume waren damals als Büroflächen geplant. Eine besondere Herausforderung für die Innenarchitekten, die eine komplette Gastro-Infrastruktur in einem Rohbau schaffen mussten, der nicht dafür gedacht war.
Aus dieser Not hat der Innenarchitekt Lukas Nobili in Zusammenarbeit mit hdg Architekten eine Tugend gemacht. In der maritimen Bildlogik der Räume erinnert die Enge der Sanitärräume und des Flurs an die räumlichen Situationen auf Booten. Ihr strahlendes Orange ist der Farbenwelt von Korallenriffen entlehnt. Markant gestaltete Durchblicke aus dem hellen Gastraum in die orangefarbenen Bereiche von Flur und Küche lässt funktionale Zonierung erkennen.
Die Griffe von FSB in Les Couleurs® Le Corbusier® gehen mit. Der von der Farbigkeit der Natur inspirierte Baumeister Le Corbusier® entwickelte ab den 1930er Jahren zwei Kollektionen mit 13 Klaviaturen aus insgesamt 63 Farben. Tür, Klinke und Griffmuschel sind sind einheitlich in Le Corbusiers „orange“, LC 32080, gestaltet und wirken wie ins Farbbad getaucht – oder aber: wie ein leuchtendes Korallenriff.