Spital Schwyz, Schweiz

BSS Architekten

Produkte

Energieeffizienz und Farbenvielfalt

Das Ensemble des Spital Schwyz setzt sich aus mehreren Gebäuden unterschiedlicher Jahrzehnte zusammen. Beeindruckender Mittelpunkt inmitten der Schweizer Berglandschaft ein brutalistisch anmutendes Beton-Bauwerk mit abgerundeten sichtbaren Erschließungskernen und gelben Fensterrahmungen - das 1981 fertiggestellte Akutspital. BSS Architekten AG Schwyz konnten im Jahr 2000 das Auswahlverfahren für die Sanierung des gesamten Ensembles sowie für mehrere Erweiterungs- und Neubauten für sich entscheiden. 2007 wurde das neue Haus C sowie die Notfallstation, das Ambulatorium und die Wochenklinik eröffnet. Bei laufendem Betrieb wurde damals zudem der komplette OP-Bereich erneuert. Zwischen 2010 und 2012 entstand eine neue Geburtshilfestation, 2012 wurde aufgrund des Bedarfs ein vierter OP-Saal fertiggestellt.

Mit dem gradlinigen Neubau hat das Spital Schwyz ein repräsentatives, zeitgemäßes Erscheinungsbild bekommen. In Richtung Osten springt das Erdgeschoss unter das Gebäude zurück und macht so Platz für einen geschützten Eingangsbereich. Der Zugang zu den Bestandsgebäuden erfolgt nun über den Erweiterungsbau. Als neues Zentrum des Krankenhauses verbessert Haus C die vertikale wie horizontale Erschließung und ordnet die Verkehrswege im Inneren neu. Das in Richtung Eingang orientierte Mythen-Café – mit Blick auf die beiden Berge von Schwyz, den kleinen und den großen Mythen – ist heute wichtigster Treffpunkt innerhalb des Krankenhauses. Als eines der ersten Krankenhaus-Gebäude in der Schweiz wurde das neue Haus C vollständig nach ökologischen Grundsätzen realisiert. Eine durchdachte Architektur, effiziente Haustechnik, Beleuchtung und Energieversorgung bildeten die Grundlage und wurden mit dem Schweizer Minergie-Label prämiert.

Das eigentliche Abenteuer, das das Spital Schwyz architektonisch heute so besonders macht, begann allerdings im Jahr 2002: Architekt Alfred Suter lud den Künstler Benno K. Zehnder ein, sich an der Umgestaltung des Krankenhauses zu beteiligen. Die Leiter des Krankenhauses hatten genug Weitblick und Mut, um zu diesem Experiment einzuwilligen und auch der Künstler hatte Lust und Zeit. Während gerahmte Kunst in Krankenhausfluren durchaus nicht unüblich ist, folgte man hier einem anderen Ansatz. Der Künstler durfte seine Farbe direkt und großflächig auf die Wände auftragen und so ist über Jahre hinweg ein Ort mit künstlerischem Farbkonzept entstanden, der mit den farblosen oft tristen Räumlichkeiten normaler Krankenhäuser nichts gemein hat, und den Menschen – Patienten wie Angehörigen – offenbar gut tut.

Architekt und Objekt

Architekt Alfred Suter
Foto: Copyright BSS Architekten

BSS Architekten und Farbkünstler Benno K. Zehnder sind sich einig: „Wo Farben sind, ist auch Licht, und wo Licht ist, sind Lebensfreude, Mut, Zuversicht!“ Die Idee scheint genau das Richtige für ein Krankenhaus zu sein.

Ein Krankenhaus mit Mittelmeerambiente

Dass sich die Wahrnehmung von Farben positiv auf den Menschen auswirken, ist längst bekannt. Dennoch spielen sie in öffentlichen Gebäuden viel zu selten eine Rolle. Für den Architekten Alfred Suter ist das Thema Farbe und Architektur aktueller denn je. Die gemeinsame Entscheidung mit dem Krankenhaus sei damals ein Schritt ins Ungewisse gewesen. Aber das Resultat gibt allen Beteiligten recht. Zehn Jahre hat Benno K. Zehnder mit den Architekten an der Umsetzung des Farbkonzepts gearbeitet. Stück für Stück hat Zehnder das gesamte Krankenhaus in Farbe getaucht. Sein Wunsch: Die Patienten mögen sich nicht wie in einem Krankenhaus, sondern wie am Mittelmeer fühlen.

Ein vormals düsterer Krankenhausgang, Türen links und rechts, kein Fenster ist heute in unterschiedliche Pastellton-Farben getaucht. Rosa, Blau, Grün, Gelb reflektieren aus Lichtschächten in der Decke in den Flur und spiegeln sich an Wänden und Boden. Es ist der Raum zwischen den Wänden, der eingefärbt wird. Anstatt farbige Wände zu betrachten, geht man durch die Farbe hindurch. Mit seiner Philosophie inszeniert Zehnder Farben je nach architektonischer Situation. So schafft er die Möglichkeit, die Farben und durch sie den Raum und das sich mit der Zeit verändernde Licht immer wieder neu wahrzunehmen – und damit auch die Vergänglichkeit der Zeit, des Lichts, des Lebens. Aber im Umkehrschluss auch deren schiere Energie.

„Unter den zur Auswahl stehenden Produktelinien war FSB in Bezug auf Qualität und Design die klar beste Linie“, so die Architekten zu ihrer Auswahl der Griffe für das Projekt. Das ergonomische Griffkonzept von FSB habe einfach überzeugt. FSB ErgoSystem wurde sowohl in den Wohn- als auch in den Sanitärbereichen verbaut, weil es von Qualität und dabei „ergonomisch, edel und schön“ sei. Ergänzt wurde es durch Handläufe von FSB in den Fluren des Spitals und durch behindertengerechte Haltegriffe und Garnituren in den Patienten-Nassräumen. Sämtliche Haltegriffe und Garnituren wurden in Edelstahl-Ausführung gewählt und fügen sich laut Architekten einwandfrei in die Architektur ein.

Objektdetails

Fotos: Fotoatelier Georg Sidler Schwyz

Standort

Spital Schwyz

Waldeggstrasse 10
6430 Schwyz
Schweiz

Anfahrt planen