Fakultät für Design der Hochschule München

Staab Architekten

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Der Logik des Hauses folgen

Das denkmalgeschützte Zeughaus in der Münchner Lothstraße ist seit Oktober 2018 der neue Standort der Fakultät für Design. Das Backsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert wurde einst als Waffenlager für die bayerische Armee erbaut, Zeit seines Bestehens aber immer wieder umgenutzt. So war es Armeemuseum und Oberfeuerwerkerschule. Für die Umnutzung als zeitgemäßes Fakultätsgebäude des 21. Jahrhunderts haben Staab Architekten den historischen Bau saniert und durch einen modernen Pavillon als neuen Mittelpunkt ergänzt. Sehr behutsam haben die Architekten den Bestandsbau dabei behandelt. Sie wünschten sich ein Haus, dessen Charakteristik und Eigenheit beibehalten und sogar mit dem Umbau gestärkt werden.

Durch die verständnisvolle Integration des Neuen in die alte Substanz ist ein Ort entstanden, der sich für die Beschäftigung mit Design hervorragend eignet. Unter abstrakt gehaltenen geweißten Gewölbedecken arbeiten nun Studenten an modernen Geräten wie Hightech-Druckanlagen und Lasercuttern. Mehr als die Hälfte der 5.000m² Fläche wurde zu Werkstätten, Studios und Laboren. Die einstige Kutschendurchfahrt bildet nun die mittig gelegene Eingangshalle und leitet die Studenten in ein Gebäude, das nach dem Eingriff der Architekten im Inneren die gleiche Kraft ausstrahlt, wie nach außen. Mit seinen seitlich angelagerten Treppen und dem Durchgang zum Erweiterungsbau wirkt die Halle, als hätte sie die Zeiten unverändert überdauert.

Doch die Klarheit und Selbstverständlichkeit der räumlichen Struktur ist Ergebnis der Arbeit von Staab Architekten. Im Inneren hatten eine Vielzahl von Umbauten die Raumordnung stark gestört. Als neuer Auftakt des Nordcampus erhielt der Bau nun zudem seinen ursprünglichen Bezug zum Gelände im Rücken des Gebäudes wieder. Die militärische Anlage dort war längst verfallen und hatte das Zeughaus als scheinbaren Solitärbau zurückgelassen. Das äußere Erscheinungsbild des Hauses hingegen mit seiner klaren Geometrie überdauerte weitgehend unbeschadet die Zeit. Den Architekten ist es gelungen, dass die Fassade heute wieder auf eine ebenso klare Innenraumgeometrie verweist: strukturiert durch einen Mittelbau und zwei Seitenflügel mit Kopfbauten.

„Die lange Geschichte des Hauses zeigt, dass seine hierarchische Gliederung und ausgeprägte Charakteristik den Nutzungsänderungen nicht im Wege standen. Sie geben vielmehr eine Logik vor, innerhalb derer das Gebäude angepasst und verändert werden kann, ohne seine Eigenheit zu verlieren“, so Staab Architekten zu ihrer Herangehensweise.

Das bisher fehlende Zentrum wird zum Forum

Die entstandene Innenraumstruktur ist gekennzeichnet durch zwei Wegerichtungen – vom Haupteingang durch das Gebäude zum geplanten Campus im Nordwesten und quer dazu die Verbindungen zu den beiden Flügelbauten. „Am Kreuzungspunkt beider Bewegungsrichtungen, im ehemaligen Ehrenhof des Gebäudes, etabliert der Erweiterungsbau das fehlende räumliche Zentrum, das für ein Hochschulgebäude heute unverzichtbar ist: ein Forum, in dem die Arbeiten der Studenten diskutiert und gezeigt werden können und das zugleich Treffpunkt und Visitenkarte der Fakultät ist“, erläutern Staab Architekten ihren realisierten Entwurf. Das Forum öffnet sich hinter einem niedrigen Durchgang als rundum verglaste Halle und gibt den Blick frei auf die angrenzenden alten Backsteinmauern des Hofs. Als niedrigerer Bauteil schiebt sich der Neubau in den sich entwickelnden Campus hinein und vernetzt sich mit diesem.

Neubau wie Umbau liegt der gleiche materialgeprägte Ansatz zugrunde. Im Altbau fallen die drei ausgewählten Materialien besonders ins Auge: Der rustikale Dielenboden, die Einbaumöbel aus graubraunen, zementgebundenen Holzwerkstoffplatten und die Aluminiumoberflächen an Brüstungen und Türen. Die Architekten haben das Material möglichst roh belassen, sodass sich über die Zeit eine Patina entwickelt und das Material altern kann. Die Oberflächen sollen genutzt werden und ihre Nutzung auch wiedergeben. So gelingt es den Architekten eine, dem Fakultätsbau angemessene Werkstattatmosphäre entstehen zu lassen, ohne die modisch gewordenen unverputzten Sichtbetonwände und Multiplexoberflächen zu bemühen.

In diesem Innenraumkonzept spielen die verwendeten Beschläge eine prägende Rolle. Sie sind klarer Teil des Materialkonzepts, die Oberflächenwahl bekam hier also besonderes Gewicht. Die Architekten haben sich für das Modell FSB 1015 in einer Sonderausführung entschieden, um die Griffe in rein poliertem Aluminium verbauen zu können. Die Griffe wurden nicht eloxiert, sondern bereits nach dem Polieren dem Produktionsprozess entnommen und werden so über die Zeit eine Patina entwickeln. Das gewählte Modell beschreiben die Architekten als „ausgewogen, harmonisch, elegant“ und haben es in unterschiedlichen Varianten als Türdrücker, Türknauf, Fenstergriff, Schutzbeschlag und einen ausgewählten Türstopper aus dem FSB-Sortiment verbaut.

Objektdetails

Fotos: © Marcus Ebener

Standort

Fakultät für Design - Hochschule München

Lothstraße 17
80335 München

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