Haus am Burggarten Bonn

Uwe Schröder Architekten

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Die Romantisierung des Alltäglichen

Wie gewebt wirkt die Backstein-Fassade des Baus, mit ihren gleichmäßig auf die gelbe Fläche verteilten Einsprengseln aus roten Ziegeln. Die Farbtöne sind Variationen, aber der farbliche Bezug zum angrenzenden Eckgebäude erschließt sich unmittelbar. Auch der prägende Rundbogen, der sich über die gesamte Gebäudehöhe bis unter das Dach zieht, reflektiert den späthistoristischen Nachbarn. Anders als dieser basiert das Haus im Burggarten auf einer klaren Symmetrie. Auf einem Grundriss von 12 Metern Länge und zwischen 5,41 und 5,76 Metern Tiefe bietet das Haus sechs studentische Mini-Wohnungen – drei links, drei rechts, getrennt wie verbunden durch ein mittig im Baukörper liegendes Treppenhaus, das über einen kleinen Vorraum im Erdgeschoss mit dem städtischen Straßenraum verbunden ist.

Der Architekt Uwe Schröder hat einen im wahrsten Sinne zeitlosen Entwurf geschaffen. Auf den ersten Blick mag man womöglich gar nicht erkennen, ob das Haus im Burggarten alt oder neu ist. Was die Architektur nicht weniger aussagestark und aktuell macht. Der bedachte Bezug auf den Ort und die Besinnung auf das Handwerk des Bauens führen zu zeitlosen Formen und Strukturen. Farblich sind es die drei Grundfarben rot, gelb und blau, die die Architektur prägen und den unterschiedlichen Räumen ihre Identität geben.

Uwe Schröder hat bereits 2014 ein Projekt für studentisches Wohnen in Bonn umgesetzt. Auch der ROM.HOF folgt dem Ansatz des Architekten, die von Novalis ausgesprochene Forderung zu realisieren, die Welt zu romantisieren, um ihr ihren ursprünglichen Sinn zurückzugeben. Beide Projekte ähneln sich im Entwurf, was die Materialwahl und den Einsatz von Farbe angeht. Es geht dabei nicht um das Material an sich, es geht um die Vorstellungen, die im Betrachter durch die Architektur geweckt werden. „Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es“, so Novalis.

Architekt und Objekt

Foto: ©Behrendt und Rausch

„Die Welt muss romantisiert werden!“ Uwe Schröder zitiert Novalis, um seine Sicht auf die Architektur zu vermitteln.

Material und Wirkung

Das Haus im Burggarten lebt von seiner Geometrie, von der Ausstrahlung der Materialien, von ihrer handwerklichen Fügung. Der prägende Ziegel darf sein spezifisches Können zeigen. Mit gemauerten Rundbögen, einem beeindruckenden Tonnengewölbe, den Wänden, die ihre künstlerische Wirkung allein aus Farbe und Anordnung der Ziegel in der Fläche beziehen, schafft er Räume, die auch Teil einer theatralen Inszenierung sein könnten. So wölbt sich über der introvertiert positionierten Spindeltreppe das Tonnengewölbe als Himmel aus blauen Backsteinen mit gelben Einsprengseln. Zwischen Treppenraum und Straße eröffnen sich in den Obergeschossen zwei kleine Loggien, die als Vorraum zu den Wohnungen dienen.

Die Gestaltung der Wohnungen ist geprägt von der Herausforderung des kleinen Raums. Alle Wohnungen bestehen aus einem einzigen Zimmer. Zur Gliederung in einzelne Wohnbereiche haben die Architekten ein über die gesamte Zimmerlänge reichendes Volumen eingestellt, das unten zwei funktionale Räume für Bad und Küche schafft und gleichzeitig eine Empore zum Schlafen bereitstellt. So klein der Raum ist, so wenig wurde an den Materialien gespart. Als Bodenbelag wurde ein im Würfelverband verlegtes Mosaikparkett aus Eichenholz gewählt. Eingelegt wurden Karos aus dunkler Räuchereiche – in jeder Wohnung individuell verlegt, spiegeln sie die individuellen Wohnungsnummern.

Es ist der Anspruch an Qualität, auch im Detail, der Uwe Schröder immer wieder zu FSB als Partner in Sachen Griffe führt. Für das Haus im Burggarten wurde das Modell FSB 1015 gewählt (verbaut u.a. als Schutzgarnitur für Eingangstüren, Fenstergriff und WC-Garnitur). Der Griff hat eine sehr klare Form, die ebenso zeitlos ist wie der Entwurf für das Haus im Burggarten. Mit ihrem Rundbogen und der sanft geschwungenen Handhabe passt die Form bestens zum architektonischen Entwurf. Ausgeführt in Aluminium in der Farbgebung Neusilber halten sich die Griffe im Ton zurück, ohne das prägende Farbkonzept zu stören.

Objektdetails

Fotos: ©Stefan Müller

Standort

Haus im Burggarten

Burggartenstraße 27,
53115 Bonn,
Deutschland

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