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Franz Schneider Brakel

Eine nicht kurze Geschichte vom Begreifen

Die Weltmarke aus der ostwestfälischen Provinz

Das Kürzel FSB ist weltweit ein Synonym für ästhetisch und funktional hochwertige Systemlösungen für Türen und Fenster – und darüber hinaus. Aus einer in über 135 Jahren erworbenen Sachkompetenz entstehen aber nicht „nur“ Türdrücker in Spitzenqualität. Architekten und Bauherren greifen bevorzugt nach Produkten aus Brakel, weil sie bei uns darüber hinaus ein ausgeprägtes Verständnis für die Anforderungen des modernen Objektbaus antreffen. Ob klassischer Beschlag, barrierefreies ErgoSystem® oder elektronisches Zutrittsmanagement: Alles, was im umbauten Raum mit Greifen und Griffen in Zusammenhang steht, wird aus einer Hand bedient.

Auch beim Thema „Green Building“ und Umweltverträglichkeit zählen wir zu den Vorreitern und können mit material- und sortimentsspezifischen Umweltdeklarationen nach EN 15 804 aufwarten – gültig für das vollständige Liefersortiment mit mehr als 25.000 Artikeln. Unter Nachhaltigkeit versteht FSB nicht zuletzt langlebige Zuverlässigkeit. Dass unsere Produkte dabei besser als die Norm sind, beweist sich sowohl in eingehenden Tests und Prüfungen als auch im alltäglichen Einsatz.

Werfen Sie mit uns einen Blick zurück und in die Gegenwart von FSB. Was die Zukunft bereithält, erfahren Sie als regelmäßiger Besucher an anderer Stelle – z. B. bei unseren Neuheiten.

Design für Türen und Fenster – und fürs Museum

Seinen Ursprung hat FSB nicht in B wie Brakel sondern in Iserlohn. Hier gründete Franz Schneider im Jahr 1881 einen Hersteller für historisierende Möbelbeschläge und schlichte Devotionalien aus Messing. Beides war zu dieser Zeit in höchstem Maße modern – und unser Gründer wusste den Zeitgeist zu bedienen: Bereits zur Jahrhundertwende füllte sein Angebot einen handlichen Katalog. 1909 wurde der Firmensitz von der sauerländischen in die ostwestfälische Provinz verlegt. FS fügte seinem Signet stolz das B für Brakel hinzu und die Marke FSB war geboren. Wie auch einer unserer bis in die Gegenwart gehegten Produktschwerpunkte: Klassische Beschläge für Türen und Fenster.

Unser Aufstieg zur Architekturmarke beginnt im Wirtschaftswunderland der 1950er Jahre. Nach der Schließung des Bauhauses und den Wirren des Krieges erfahren Design und Architektur eine nachhaltige Wiederbelebung. Granden wie Ray und Charles Eames inspirieren mit ihren funktionalen Möbelentwürfen. Der Däne Arne Jacobsen entwirft Klassiker wie den stapelbaren Stuhl „Serie 7“ und Gebäude, die dem Geiste des Bauhauses huldigen. Dieter Rams nimmt bei Braun das (Design-) Heft in die Hand und gestaltet Produkte, deren Formgebung heute die Blaupause für Produkte aus dem Unternehmen mit Apfel-Logo ist.

Auch in Brakel nimmt die Auseinandersetzung mit „der guten Form“ Gestalt an. Prägend ist das Jahrzehnt von 1953 bis 1963: Johannes Potente kreiert sein wegweisendes und noch heute gültiges Handformdesign. Posthum erfuhr sein anonymes Industriedesign auch die ihm gebührende Wertschätzung: Seine Entwürfe wurden in bedeutende Mustersammlungen aufgenommen, unter anderem in die ständige Ausstellung des Museum of Modern Art in New York.

Parallel zum Ausbau der Designkompetenz widmen wir uns damals wie heute der kontinuierlichen Perfektion unserer Fertigungsprozesse: Modernisierung und Optimierung von Produktionstechnologien und ‑abläufen sowie unsere Vorliebe für „handfeste“ Werkstoffe wie Edelstahl, Aluminium, Messing und Bronze sorgen dafür, dass unsere Produkte länger halten, als uns aus betriebswirtschaftlicher Sicht eigentlich lieb sein dürfte.

Der Verlag, der auch Türklinken produziert

In den 1980er Jahren haben wir unsere Zukunft erneut in die Hand genommen: Unter der geistigen Führung des Gestalters und Mentors Otl Aicher haben wir unser Tun hinterfragt und bis heute gültige Leitsätze entwickelt. Es entstand eine grundlegend neue Designkultur, die neben der Auseinandersetzung mit der Herkunft und Tradition des Unternehmens auf der Kulturgeschichte der Klinke im speziellen und der des Greifens an sich basiert.

Aicher ersann für uns die „Vier Gebote des Greifens“, die für die Beurteilung guten Klinkendesigns fortan als Richtschnur dienen sollten: Daumenbremse, Zeigefingerkuhle, Ballenstütze und Greifvolumen. Dieser Prozess des Hinterfragens und der Orientierung wurde von einer 16-bändigen Buch-Edition begleitet, die heute zum Standardrepertoire an Hochschulen mit Design- oder Wirtschaftsstudiengängen gehört.

Aus einem stilisierten Griff schuf Otl Aicher das FSB Logo, wie es Freunde der Greifkultur heute kennen. Als Inspiration diente eine so schlichte wie kluge Klinke, die der Philosoph Ludwig Wittgenstein für das Haus seiner Schwester in Wien entworfen hatte. „Erst die Anwendung macht den Stab zum Hebel.“, so beschrieb Wittgenstein seine der Einfachheit verschriebene Gestaltung. Für Aicher war dieser Griff eine Art Idealgriff. Er verstand ihn nicht als optimale Handform sondern als Griff für alle möglichen Arten des Zugreifens. Er ist die Summe aller Griffe, das absolute Substrat. Genau der richtige Ansatz für unser Logo, wie wir meinen.

Autoren gesucht (aber nicht für Bücher)

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte im Jahre 1986 unser legendärer Klinken-Workshop, anlässlich dessen wir Koryphäen wie Mario Botta, Peter Eisenman, Hans Hollein, Alessandro Mendini und Dieter Rams nach Brakel einluden.

Die Ergebnisse machten FSB binnen kürzester Zeit auch bei denjenigen bekannt, die bis dahin noch an uns vorbei gegriffen hatten. Was lange als Low-Interest-Produkt galt, wurde durch eines der ersten „Autorendesign“-Projekte zu einem gestalterischen Thema, mit dem sich ab sofort bekannte Architekten und Designer auseinandersetzen sollten – und von sich aus liebend gerne wollen.

Architektur (be-)greifen

In Anlehnung an die Jugendstilphilosophie, die ein Haus samt Innenausstattung als Gesamt(kunst)werk begreift, setzt FSB auf die stilistische Stimmigkeit bei der Umsetzung von architektonischen und gestalterischen Grundlinien innerhalb eines Gebäudes. Türgriffe bzw. ‑klinken sind Architektur „en miniature“ und spiegeln in Form und Gebrauch die gestalterische Haltung ihrer Entwerfer wider. Wir sind der Meinung, dass die Entscheidung für einen Türgriff immer im Kontext mit der umgebenden Architektur zu treffen ist. In seiner Gestaltung komprimiert sich die Sprache des Raumes. Er wird zu einem harmonischen Teil des Ganzen – oder akzentuiert ganz bewusst einen formalen Widerspruch.

Es zeugt von einem hohen Maß an Architekturkompetenz, dass FSB in enger Zusammenarbeit mit den Architekten maßgenau angepasste und formal wie werkstofftechnisch optimale Beschlaglösungen findet – oder sie sogar exklusiv für das jeweilige Gebäude entwickelt.

Architekturtrends werden von uns nicht nur wahrgenommen, sondern gesetzt und zudem perfekt bedient: Flächenbündige Garnituren, auf schmale Profile abgestimmte Fenstergriffe, eckige Rosetten mit präziser Kantenführung, neue Griffdesigns international renommierter Gestalter und das samtig-matte Oberflächen-Finish „Aluminium gestrahlt farbig eloxiert“ zählen zu den jüngsten Bestsellern aus Brakel. Mit herausragenden inneren Werten überzeugen beispielsweise die universell als „rechte“ und „linke“ Ausführung einsetzbaren FSB ASL® Garnituren mit innovativer Adaptertechnik.

Nicht aus Brakel – aber in seiner Qualität nicht weniger überzeugend – ist das umfangreiche Sortiment von Einsteckschlössern unseres sächsischen Tochterunternehmens SSF. Getreu der Maxime „Schloss + Beschlag aus einer Hand“ führt FSB im Sinne einer optimalen technischen Abstimmung wieder zusammen, was historisch bereits einmal miteinander verbunden war und sich im Zuge der Industrialisierung zu zwei Bauelementen separiert hatte.

Elektronisches Zutrittsmanagement

Mit der M Systemfamilie geben wir die Antwort auf gestiegene Anforderungen an das Gebäudemanagement, heterogene Gebäudekomplexe und vielschichtige Nutzerstrukturen. Im Mittelpunkt stehen eine hohe Designqualität, einfache Handhabung und das Konzept der uneingeschränkten Skalierbarkeit für unterschiedliche Anforderungen: Die jederzeit mögliche Erweiterbarkeit und Kombinierbarkeit der Varianten und Komponenten sorgt für unerreichte Flexibilität und ist Kern der zukunftssicheren Auslegung des Systems, die eine deutliche Kostenersparnis mit sich bringt. Bauherren und Betreibern, die mit einer Lösung für ein kleines Objekt starten, stehen alle Türen zum Ausbau auf ein System für komplexeste Gebäude- und Administrationsanforderungen offen.

Den beiden Systemlösungen M100 und M500 (M = MIFARE™) ist in ästhetischer Hinsicht ihre am Markt einzigartige klassische Rosetten bzw. Schildoptik gemein, die eine gelungene Integration in jedes architektonische Ambiente gewährleistet. In kleinen Objekten gelingt der Einstieg mit M100 und beschlagorientierter Programmierung. In mittleren bis großen Objekten spielt M500 die Vorteile einer vollständig LAN/WLAN-basiert Administration aus, bei der sich eine beliebige Anzahl von Türen bequem vom PC aus verwalten lässt.

Überzeugend ist auch der Umfang an Varianten: Die Bandbreite erstreckt sich über Rosettengarnituren für Vollblatttüren, Schildgarnituren für Rahmentüren und Glastürbeschläge sowie Beschläge für Außentüren in Kombination mit mehr als 20 verschiedenen FSB Türdrücker-Modellen aus Aluminium, Edelstahl, Messing oder Bronze. Abgerundet wird das Sortiment mit Kompaktlesern zur Wandmontage. Elektronische Knaufzylinder ermöglichen die Integration z. B. in historische Bestandstüren.

Zudem stehen mit der Serie F klassische FSB Rohrgriffdesigns zur Verfügung, die mit einer dezent angebrachten biometrischen Identifikationseinheit ausgestattet sind. Die Bedienung der F Türgriffe ist kinderleicht: Einfach den Türgriff anfassen, einen Finger über den Scanner ziehen und Tür öffnen. Das Thema Schlüsselverlust gehört der Vergangenheit an, da der Nutzer den Schlüssel im wahrsten Wortsinne stets zur Hand hat.

Barrierefrei komfortabel leben mit dem ErgoSystem®

Für FSB endet das Erschließen von Architektur nicht an der Tür. Eine älter werdende Gesellschaft benötigt Lösungen, die „Räume an sich“ leichter handhabbar machen. „Barrierefrei komfortabel leben“ lautet der Anspruch, dem das mit einer Vielzahl von Designpreisen ausgezeichnete ErgoSystem® gerecht wird. Was sich heute ganz selbstverständlich liest und mit Begriffen wie „Universal Design“, „altersgerechten Wohnkonzepten“ oder „Best Ager“ umschrieben wird, war Anfang des Jahrtausends echte Pionierarbeit.

Wir waren einer der Vorreiter, der den absehbaren demographischen Wandel in ein eigenständiges Griffsystem- und Ausstattungskonzept einfließen ließ, das wieder einmal mit tradierten Mustern brach und hinsichtlich Design, Funktion und Ergonomie eigene Wege ging.

Dem ErgoSystem® E300 (E = Edelstahl) mit seiner konkurrenzlosen Systemtiefe von mehr als 400 Produkten steht das ErgoSystem® A100 (A = Aluminium) zur Seite. Beiden Systemausprägungen gemein ist die Grundidee der am Markt einzigartigen diagonalen Ausrichtung eines ovalen Griffquerschnittes. Sie folgt konsequent den Gesetzen der Greifergonomie und steht für unerreichten Komfort und sicheren Halt. Diesem Gestaltungskonzept fügt das ErgoSystem® A100 mit um 45° von der Wand abgewinkelten Stützen einen erweiterten Greifraum hinzu. Das ErgoSystem® A100 ist dank variabler Farbkonstellationen individuell auf das jeweilige Interieur und Ambiente abstimmbar.

Mit A-Flex offerieren wir die Möglichkeit, Räume bedarfsorientiert mit ErgoSystem®-Komponenten auszustatten, um flexibel auf wechselnde Bedürfnisse von Gästen oder Patienten eingehen zu können. Von Vorteil ist hierbei eine deutliche Kostenreduktion, da Räume nur mit einer A-Flex-Trägerplatte ausgestattet werden und Stützklappgriffe und Dusch-Klappsitze hier wie dort zum Einsatz kommen können.

Der einzigartige diagonal-ovale Griffquerschnitt des ErgoSystems prägt sich zudem in maßlich individuellen Handläufen für Flure oder Treppenhäuser aus, die in Hinblick auf Greifkomfort und -sicherheit überzeugen.