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Alterszentrum Bruggwiesen, Effretikon, Schweiz

Zach + Zünd Architekten

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Mehr familiäre Wohnlichkeit im Alterszentrum

Wer einmal seine geliebte Oma in einem klassischen Altersheim besuchen musste, nachdem er vorher jahrzehntelang auf der gemütlichen alten Eckbank in ihrer Küche sitzen durfte, hat ein Gefühl davon, was „Heim“ bedeutet. Oder zumindest heute (noch) oft bedeutet. Kleine Zimmer, anonyme, beige gestrichene gemeinschaftliche Essräume, gesichtslose Flure und Treppenhäuser, die die Orientierung alter Menschen gnadenlos herausfordern… Das alles wollten die beiden Architektinnen Gundula Zach und Corinne Zumstein vom Zürcher Büro Zach + Zünd Architekten bei ihren Entwürfen vermeiden. Bereits seit Jahren tüftelten sie an Konzepten, die das Leben in „Alterszentren“ wohnlicher, freundlicher und erfreulicher machen. Besonders die typischen langen Korridore, die solche Orte seit Langem prägen und ihnen ihren krankenhausartigen Charakter geben, wollten sie weitestgehend vermeiden.

Bei ihrer Erweiterung des Altersheims Bruggwiesen in Effretikon zum Alterszentrum ist aus ihren Forschungen ein Haus in Cluster-Typologie entstanden. „Pflegeheim und Alterswohnen werden in kompakten Bauten clusterartig um einen Gartenhof gefügt, um das große Volumen des Alterszentrums in der kleinmaßstäblichen Wohnumgebung zu brechen und eine vertraute räumlich gefasste Hofanlage im Landschaftsraum zu schaffen.“ Wohnungen für unterschiedliche Wohngruppen mit privaten Räumen und gemeinschaftlichen Küchen samt Essbereich und Wohnzimmern für je neun Personen versuchen eine Kontinuität zur bisherigen individuellen Wohnsituation der Bewohner zu schaffen. Großzügige Terrassen holen die umliegenden Grünflächen in die Wohnungen. Insgesamt fühlt man sich hier eher an eine WG erinnert, im besten Fall ja eine quasi familiäre Wohnform. Dabei werden alle klassischen Unterstützungs- und Dienstleistungen eines Alterszentrums natürlich integriert.

Zudem sind von Stationszimmern die Wohneinheiten einsehbar, um bei aller Eigenständigkeit der Bewohner ein Gefühl von Sicherheit – bei ihnen oder ihren Angehörigen – entstehen zu lassen. Alle Bereiche im Haus sind möglichst prägnant und wie geplant ohne lange Korridore angelegt. Die Wohngruppen verbindet ein gemeinsames Treppenhaus. Die persönlichen Wohneinheiten sind nach Westen und Osten angelegt, während sich von Norden nach Süden je der Gemeinschaftsbereich durchschiebt. So sind alle Räume lichtgeflutet und bieten Ausblick auf den umgebenden Park oder den innen liegenden Hof, der den Mittelpunkt des gemeinsam genutzten Erdgeschosses bildet. Der Innenhof ist es auch, über den sich der Bestandsbau und der Neubau verbinden. Er lässt viel Licht ins Haus und sorgt für flexible räumliche Unterteilungen. Die Architektinnen haben das Erdgeschoss als Gartengeschoss geplant, was für ein Alterszentrum wirklich herausragend ist. Von hier führen unterschiedliche Wege ins umliegende Gelände hinaus.

Architekten und Objekt

Foto: Dominic Büttner

Bereits seit Jahren tüftelten die beiden Architektinnen Gundula Zach und Corinne Zumstein vom Zürcher Büro Zach + Zünd Architekten an Konzepten, die das Leben in „Alterszentren“ wohnlicher, freundlicher und erfreulicher machen. Besonders die typischen langen Korridore, die solche Orte seit Langem prägen und ihnen ihren krankenhausartigen Charakter geben, wollten sie weitestgehend vermeiden.

Wertigkeit auf allen Ebenen

Gut gedacht ist auch die eigene, direkt zugängliche Gartenterrasse, die den Wohngruppen für an Demenz leidende Bewohner im ersten Stock zur Verfügung steht. So muss sich hoffentlich niemand verunsichert fühlen – und auch nicht eingesperrt. Die Erschließungszonen im Gebäude sind zu gemeinschaftlichen Wohnbereichen unterschiedlichen Charakters für unterschiedliche Nutzungen aufgewertet worden. Sie alle sind großzügig in Richtung Außenraum verglast. Insgesamt ist eine Architektur entstanden, in der man sich als Bewohner wohlfühlen kann, denn die Innenräume strahlen Wertigkeit aus, was ja immer auch bedeutet, dass man selbst als Nutzer der Architektur Wert geschätzt und ernstgenommen wird.

Holzböden, die sich bis auf die Balkone durchziehen, teilweise auch holzverkleidete Wände, Holzmöbel, Sichtbetondecken und -säulen und immer wieder Farbflächen an Decken, Wänden oder Einbaumöbeln. Die Architektur ist nicht aufgeregt, dafür gradlinig und modern. Beispielsweise im Zusammenspiel von Holz und Beton. Großflächige Fenster lassen allerorts viel Licht ins Haus – und auch ein Stück Außenwelt für die, die nicht mehr viel rausgehen können. Dazu zählt auch das rechteckig gerahmte Wasserbecken vor dem Fenster, das bei Sonnenschein von Lichtreflexen umspielt wird und immer einen angenehmen Ausblick bietet auf eines unserer natürlichen Lebenselixiere. Die Greifbarkeit von Griffen spielt beim Wohnen älterer Menschen eine ganz besondere Rolle. Nicht selten bleibt die Ästhetik auf der Strecke, wenn es auf besondere Praxisanforderungen ankommt.

Mit dem ErgoSystem® E300 von FSB haben sich die Architektinnen für Haltegriffe entschieden, die nicht nur leicht zu greifen sind und Halt geben, sondern die auch gut aussehen, wovon zahlreiche Designpreise (u.a. reddot design award 2008) zeugen. Während für die Betreiber des Alterszentrums Bruggwiesen insbesondere die Ergonomie des diagonal-ovalen Griffquerschnitts bei der Entscheidung von Bedeutung war, hat die Architektinnen die Schlichtheit und Schönheit des Haltegriffsystems überzeugt. In feinmattem Edelstahl verbaut, ordnet sich ErgoSystem® zurückhaltend der Architektur unter. Auch in diesen innenarchitektonischen Details spiegelt sich der Anspruch von Auftraggeber und Architektinnen, ein Haus zu schaffen, in dem sich alte Menschen wirklich wohlfühlen – und auch die Freude haben, ihre Besucher in einem neuen „Zuhause“ empfangen zu können.

Objektdetails

Fotos: Heinrich Helfenstein, Zürich

Standort

Alters- und Pflegezentrum Bruggwiesen

Märtplatz 19
8307 Illnau-Effretikon
Schweiz

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