Erweiterung Gründerzentrum Werk 1.4 München

Hild und K Architekten

Von der Kartoffelflockenproduktion zur Startup-Szene

Das trendige Werksviertel direkt östlich des Münchner Ostbahnhofs war jahrzehntelang Standort der Firma Pfanni. Der Fertigproduktehersteller präsentierte 1949 erstmals sein Kartoffelpulver und gehörte damit zu den Pionieren der Lebensmittelindustrie. Das Werk in München ist seit 1996 stillgelegt. Dennoch steckt das Areal voller Leben. Bevor das Industrieareal zum heutigen Werksviertel wurde, hat es viel erlebt.

In seiner Zwischennutzung als Kunstpark Ost beherbergte es legendäre Münchner Clubs. Später übernahm die Kultfabrik das Nachtleben auf dem Gelände. Seit einigen Jahren wandelt sich das Areal zu einem vielfältigen Quartier für Arbeiten, Wohnen und Freizeit. Räume für Veranstaltungen, Gastronomie, Handel, Hotellerie, Kunst und Kultur, Sport und Freizeit verbinden sich mit unterschiedlichen Büroangeboten.

Pop-Up-Container und auf dem Dach grasende Schafe tragen ihren Teil zur Vielfalt des Viertels bei. Und auch architektonisch macht der Ort von sich reden. Das von MVRDV entworfene „Werk 12“ gewann 2021 den DAM-Preis. Mit den übergroßen Leuchtbuchstaben an seiner Fassade, die Ausrufe wie »AAHHH«, »OH«, »PUH« formen, ist der Bau längst ikonisch geworden. Bereits mehrere Gebäude für das Viertel hat das Architekturbüro Hild und K realisiert.

Architektur und Objekt

Dionys Ottl, Hild und K Architekten
Foto: © Wilfried Dechau

„Wenn wir uns das Werk 1.4 als eine Person vorstellen wollen, dann am ehesten als eine begabte Vermittlerin. An den Grenzen zwischen Wohnbebauung und Vergnügungsviertel, zwischen Historie und Zukunft des Geländes ebenso wie zwischen unterschiedlichen Nutzungsanforderungen“, so Hild und K.


Anknüpfen an die Architektursprache der Nachkriegsmoderne

Das von Hild und K umgenutzte Werk 1 war einst die erste Produktionsstätte von Pfanni. Heute werden hier junge Unternehmen mit günstigen Büroräumen, Networking und Coaching unterstützt. Mit dem nun fertiggestellten Erweiterungsbau Werk 1.4 sind weitere Arbeitsflächen, aber auch Wohneinheiten für Gründer:innen samt Coliving-Bereichen entstanden. Eine öffentliche Passage dient als Treffpunkt und Quartiersachse. Inspiriert von der Typologie historischer Kontorhäuser entwarfen die Architekten eine flexible Struktur, die 13 unterschiedliche Nutzungen von der Wertstoffsammelstelle über Großraumbüros bis hin zu Appartements beherbergt.

Den Charakter des Ortes mit seiner Architektursprache der Nachkriegsmoderne zu bewahren, war Ziel von Bauherrn und Architekten. Die Fassade ist geprägt von hellgelben, glänzenden Fliesen und mattbraunen Ziegeln. Die großen Fenster greifen mit ihren Messingprofilen die filigranen Glasfassaden der 1950er auf. In Bereichen sind die Oberflächen der Ausfachungen des Stahlbetonskeletts roh belassen und spiegeln so die Industriegeschichte des Ortes wider. Das gilt auch für die Innenräume – allen voran die doppelgeschossige Lobby, eine Halle, die in ihrer Geometrie und Materialität eine Reminiszenz an die frühere Werks-Schlosserei an selber Stelle ist.

Für Fassaden- und Rohrrahmentüren kamen die Türdrücker FSB 1106/1043 zum Einsatz. Türen und Fenster der Nasszellen in den Wohneinheiten wurden mit dem Drücker FSB 1106 ausgestattet. „Wir haben uns für die Oberfläche „Aluminium neusilberfarbig“ entschieden, um der themenbestimmenden Bauzeit des Nachbargebäudes Werk 1 aus den 1960er Jahren möglichst nahe zu kommen“, erläutern Hild und K ihre Gestaltungsidee. „Aus formaler Sicht haben wir einen klassischen Türdrücker gewählt, der wirklich sehr gut in der Hand liegt. Aus technischer Sicht ist für uns die Langlebigkeit der Architektur von großer Bedeutung. FSB steht aus unserer Sicht für qualitativ hochwertige und daher auch nachhaltige Produkte.“

Objektdetails

Fotos: Michael Heinrich

Standort

Erweiterung Gründerzentrum Werk 1.4

Am Kartoffelgarten 14,
81671 München,
Deutschland

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