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Swiss Re Next, Zürich

Diener & Diener

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Swiss Re Campus am Zürcher Mythenquai

In der repräsentativen Lage am Westufer des Zürichsees hat Swiss Re, zweitgrößte Rückversicherung im aktuellen weltweiten Ranking, ihren Hauptsitz. So wie die hundertfünfzigjährige Architektur am Mythenquai, besteht auch das Areal von Swiss Re aus mehreren Gebäuden, die von 1913 bis heute kontinuierlich gebaut, erweitert und modernisiert wurden, aber im aktuellen Jahrzehnt von besonderen baulichen Veränderungen geprägt sind. Swiss Re hat entschieden, ihre gesamte Schweizer Belegschaft an diesem Standort zu konzentrieren, und hier ihren Mitarbeitenden einen hervorragenden Arbeitsplatz zu bieten, Zusammenarbeit, den Wissensaustausch zu fördern, und Flexibilität und neue Perspektiven zu schaffen.

Der Swiss Re Campus am Zürcher Mythenquai zeugt von stetiger baulicher und umweltbewusster Entwicklung. Swiss Re Next, das im Herbst 2017 eröffnete Gebäude von Diener & Diener Architekten, ersetzt das gestaffelte Volumen der Nachkriegsmoderne von Werner Stücheli aus dem Jahr 1969. Das Gebäude war nach 44 Jahren Nutzung in die Jahre gekommen und zu unflexibel, sodass sich Abriss und Neubau sinnvoller erwiesen als die Revitalisierung. Swiss Re Next ist nun nicht nur mit zeitgemäßen offenen Arbeitsbereichen ausgestattet, sondern auch gemäß Vorgaben von Minergie-P und -ECO wie auch des US-amerikanischen LEED–Platinum-Zertifikats errichtet.

Der fünfgeschossige Bau mit gewellter Glasfassade reiht sich ein in die repräsentative Sequenz mit dem neobarocken „Altbau“ von 1913, dem „Mythenschloss“ von 1927 und dem „Klubhaus“ von 1958. Der Altbau entwickelte sich von einer U-Form zum viereckigen Grundriss und wurde 2018 im Rahmen der Neukonzeptionierung des Swiss Re-Hauptsitzes ein weiteres Mal renoviert. Das Klubhaus erfuhr schon früh eine Aufstockung, später eine Totalsanierung und wird aktuell erneut umgebaut, damit es die gastronomischen Anforderungen des neuen Campus' erfüllen kann. Die gravierendste Veränderung weist das Mythenschloss auf, das in den 1980er Jahren komplett rückgebaut und mit rekonstruierten Fassaden und Neubauteil neuerrichtet wurde, bevor es nun durch einen Neubau von der Architektengemeinschaft Marcel Meili Markus Peter Architekten und Gruppe für Architektur ersetzt wird.

Architektur genießt bei Swiss Re einen hohen Stellenwert, und stellt wie die Kunst – Swiss Re unterhält nicht nur eine eigene Sammlung und ist ein wichtiger Förderer – ein Mittel der Corporate Identity dar.

Wellen aus Glas und flexible Arbeitsplätze

Der Bau in Zürich knüpft an frühere bauliche Statements an – z.B. den Londoner The Gherkin, geplant vom Büro Norman Foster. Die Architektur von Diener & Diener erscheint wirkungsvoll durch Raffinesse und das gekonnte Weiterbauen der Stadt, eine Haltung, für welche das Büro mit Standorten in Basel und Berlin bekannt und seine Arbeiten europaweit gefragt ist. Der sechsgeschossige Neubau, den Diener und Diener Architekten aus Basel entworfen haben und der im Herbst 2017 eingeweiht wurde, fällt vor allem durch seine gewellte Glasfassade auf, die auf den ersten Blick einen starken Gegenentwurf zur historisierenden steinernen Architektur des Altbaus darstellt, auf diese aber außer in der Höhe subtil im Tripartito und in den wie ausgekehlt erscheinenden Oberflächen eingeht. Das Projekt für das neue Programm mit etwa doppelt so vielen Arbeitsplätzen, einem Auditorium und Kundenempfangsräumen ging 2009 aus einem Studienauftrag unter sechs nationalen und sechs internationalen Teilnehmern hervor. Die offenen Decks bilden ein stattliches Geviert von 72 auf 58 Metern, welche die Architekten im Souterrain räumlich übergreifend mit den anderen Bauten von Swiss Re verknüpften. Die Empfangsräume sind direkt mit dem um zwei Geschosse tiefergelegenen Auditorium und zwei mit Glas überdachten, gebäudehohen Lichthöfen verbunden. Die fünf gestapelten Obergeschosse bilden um diese Höfe einen enorm geräumigen Organismus, in dem alle Büroebenen gleichwertig sind.

Wie die vier Kerne, die Treppen, die geräumigen Aufzüge, die technischen Nebenräume sind die weissen Lichthöfe massiv gebaut. Die äussere Hülle aus Glaswellen und eine innere thermische Hülle mit raumhoher Verglasung, die rundum Ausblicke auf die Umgebung bietet, umschliesst teils begehbare Loggien. Die obersten Ebene mit den von Heimo Zobernig kontrastreich gestalteten Kundenräumen und einer Terrasse öffnet sich attraktiv zum See. Auch andernorts orchestrierten die Architekten die Interventionen von insgesamt eingeladenen 11 namhaften Künstlern und Künstlerinnen. Willem de Rooij schuf eine zweite Haut der Glasfassade in Form von Wollvorhängen in sanften Farbverlauf von weiß zu schwarz, und lässt das Interieur mit der Architektur in Dialog treten. Im Erdgeschoss kommen polygonale baumähnliche Stützen von Martin Boyce räumlich zum Tragen. Das fast sechs Meter hohe und 11 mal 21 Meter große Auditorium, das Swiss Re zu medial übertragenen Meetings und Konferenzen dient, malte Helmut Federle mit Hilfe des Restaurators Roland von Gunten komplett in Grün- und Gelbtönen aus, die man von Federles Gemälden kennt. Swiss Re wagt mit ihrem Neubau den Schritt in eine neue Arbeitsplatzgeneration, deren Inneres von offenen und auf Mobilität ausgelegten Arbeitslandschaften geprägt ist.

Mitarbeiter wählen ihre Arbeitsorte innerhalb einer Ebene des Gebäudes im Laufe des Tages nach den jeweiligen Bedürfnissen der Teams und Abteilungen. Der hierarchisch geprägte feste Arbeitsplatz gehört der Vergangenheit an, hingegen gruppieren sich die Mitarbeiter um eine „home base“ ihrer Teams und finden so die spezifische Identität ihres Arbeitsumfelds. Als Rückzugsmöglichkeiten eignen sie sich die zahlreichen in einem Geschoss verteilten „Think Tanks“ an, kleinere Raumzellen aus gebogenem Glas mit mehrfarbigen Vorhängen der Künstler Marc Camille Chaimowicz und Mai-Thu Perret. Mit seiner sanft geschwungenen Form wirkt der im Hauptsitz der Swiss Re Next verbaute Griff FSB 1045* wie eigens geschaffen für das von Diener & Diener Architekten entworfene Gebäude, das den Betrachter mit seiner in Schwingung versetzten Fassade an die Wellen des nahen Zürichsees erinnert. Ursprünglich geht das Griffdesign auf eine Grundform der 1930er von Johannes Potente (gelernter Ziseleur und Werkzeugmacher, 1908–1987) zurück, dessen Modelle in die Designsammlung des MOMA gewählt wurden. FSB 1045 ist die Return-Variante des Griffmodells 1015. Die Design und Sicherheit vereinenden Schutzbeschläge der Reihe FSB 7583 richten sich ebenfalls ganz am Grundthema der Architektur aus und schließen, in feinmattem Edelstahl sanft spiegelnd, auch an die Lichtreflektion der natürlichen Wasserwellen an.

Objektdetails

Fotos: Christian Richters, Berlin

Standort

Swiss Reinsurance Company Ltd

Mythenquai 50/60
8022 Zürich
Schweiz

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