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Grundschule und Hort forum thomanum, Leipzig

W&V Architekten

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Eine Schule für die jungen Bachs von heute

Johann Sebastian Bach erlebte seine Hauptschaffensperiode als Chorleiter in Leipzig, der Stadt, die heute den Beinamen Bachstadt trägt. Ab 1723 leitete er als Kantor den Thomanerchor, dessen Berühmtheit nicht zuletzt von der Bekanntheit einiger seiner Chorleiter herrührt. Dazu blickt der Thomanerchor auf eine mehr als 800jährige Tradition zurück und gehört neben den Chören von Aachen, Regensburg und Halle zu den vier ältesten Knabenchören Europas. Er wurde im Jahr 1212 zusammen mit der Thomasschule gegründet, die im 18. Jahrhundert während Bachs Amtszeit über 300 Sängerknaben durchliefen. Heute singen im Thomanerchor 93 Jungen im Alter von 9 bis 18 Jahren, die als Thomaner die Thomasschule besuchen. Seit 2000 wird zur Sicherung dieser traditionsreichen Institution ein Bildungscampus um die Thomanerschule entwickelt. Dieser umfasst neben der Grundschule und dem Hort die Lutherkirche als Veranstaltungsraum, die kita forum thomanum, die Mittelschule, das Alumnat, die villa thomana und die musicaccademia.

Seit Februar 2017 vervollständigt die Grundschule mit Hort das Bildungsangebot. Neben einem schlicht gestalteten Neubau für die Grundschule, planten und realisierten W&V Architekten aus Leipzig den Umbau des ehemaligen Gemeindehauses der Lutherkirche zum Hort. Der ornamentierte Gründerzeitbau wurde um eine Etage aufgestockt, um genügend Raum für die neue Nutzung zu schaffen. Wo einst die anglikanische Kirche stand, positionierten die Architekten den dreigeschossigen Neubau, der sich mit seinem umlaufend verglasten Erdgeschoss vom Boden abhebt und dadurch Leichtigkeit gewinnt. Daraus hervor geht ein ebenfalls gläserner Gang, der Neubau und Hort verbindet. Trotz ihrer so unterschiedlichen Epochen fügen sich beide Gebäude mit ihrem einheitlichen beigen Putzton zum Ensemble. Der vertikal gebürstete Putz verleiht den Fassaden dabei Plastizität.

Für ihr Projekt wurden die Architekten mit dem Leipziger Architektupreis 2017 ausgezeichnet. Besonders würdigte die Jury den Umgang mit der Denkmalsubstanz des ehemaligen Gemeindehauses. Mit großer Zurückhaltung wurde bei der Umnutzung des Gemeindehauses erhalten, was zu erhalten war, und nur dort ergänzt, wo es notwendig war. „Details wie die Erhöhung eines schmiedeeisernen Treppengeländers zeugen vom Fingerspitzengefühl im Umgang mit der Denkmalsubstanz“, so die Jury. Zudem hob sie die Baukonstruktion des Schulneubaus hervor, die ohne dicke Styropordämmung auskommt, sondern – ganz klassisch – auf ein zweischaliges, 70 Zentimeter starkes Ziegelmauerwerk zurückgreift, um den Energieverbrauch gering zu halten, und dabei auch für ein gesundes Raumklima und lange Haltbarkeit sorgt.

Architekten und Objekt

Gabriele Weis, Gunnar Volkmann
Foto: © regentaucher.com

„Das in einem überschaubaren Kostenrahmen verwirklichte Projekt setzt Qualitätsmaßstäbe für neue Schulen und Kindertagesstätten – und damit für eine der wichtigsten Bauaufgaben in der wachsenden Stadt Leipzig,” so die Jury, die dem Projekt den Leipziger Architekturpreis 2017 verlieh.

Kinder als Maßstab der Architektur

Ein konsequent gegliederter Grundriss sowie ein zurückhaltendes Farbkonzept sorgen für intuitive Identifizierung der Räumlichkeiten. Die durchgehende Verglasung im Erdgeschoss eröffnet zahlreiche Ausblicke auf den Campus, die die Orientierung erleichtern. Die Schule bietet acht Klassenräume, die sich u-förmig um die zentrale Halle mit ihrem hohen Luftraum und der Freitreppe aufreihen/ anordnen. Alle Räume sind flexibel nutzbar und miteinander verbunden. Die generell zurückhaltende Gestaltung aller Innenräume lässt das Gebäude wie eine „weiße Leinwand“ wirken, die von Schülern und Lehrern durch die Nutzung erst beschrieben wird. Während die Schulräume vor allem in schwarz und weiß gehalten sind, werden die Hort-Räume durch eine Palette von Pastelltönen geprägt. Leitsystem und Gestaltung der Außenanlagen wurden mit den Schülern gemeinsam entwickelt.

„Die Materialität und Farbigkeit der Beschläge reiht sich in das reduzierte Gesamtkonzept aus hellen Oberflächen – Linoleum, Putz, Sichtbeton, Naturstein, Holz – und zurückhaltender Möblierung ein und lässt der bunten Nutzerschaft Raum zur Entfaltung“, so die Architekten selbst zu ihrer Auswahl der Beschläge in den Gebäuden. Die gewählten FSB-Beschläge sollen weder als Akzente hervorstechen noch hinter der Architektur zurückstehen. Sie fungieren als Bestandteil des ganzheitlichen architektonischen Konzepts. Für FSB habe man sich aufgrund der Qualität und Langlebigkeit der Griffe, ihrem perfekten Design und der guten Beratung bei FSB entschieden. In Hort und Grundschule ergänzen unterschiedliche Beschlags-Modelle die jeweilige Architektur.

Für das Umbauprojekt des ehemaligen Gemeindehauses suchten die Architekten nach „eleganten, weichen“ Beschlägen, die einer eher klassischen, traditionellen Formensprache folgen, und fanden sie bei FSB im Modell 1106 von Christoph Mäckler. Alle Fensterbeschläge im Haus wurden in Aluminium, die Türbeschläge in Edelstahl verbaut. Die geradlinige Formensprache des Grundschul-Neubaus hingegen verlangte nach ebenso geradlinigen Beschlägen. Hier entschieden sich die Architekten für das Rundstab-Modell FSB 1076 bzw. 1016 von Robert Mallet-Stevens in Edelstahl-Ausführung. Anstelle eines klassischen Schließsystems fiel aufgrund der Vielzahl von Nutzern, der Anforderungen an Öffnungs- und Schließzeiten sowie Zugangsberechtigungen die Wahl auf EZK. Es bietet Zugangskontrolle über die einfache und schnelle Programmierung von Schließ- und Öffnungszeiten, erlaubt Nutzerwechsel und Handhabe bei Schlüsselverlust.

Objektdetails

Fotos: © W&V Architekten

Standort

Grundschule forum thomanum

Sebastian-Bach-Straße 1
04109 Leipzig

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