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Erste Bank Campus, Wien

Henke Schreieck

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Gleichwertige Arbeitsplätze für alle Mitarbeiter

Wien hat seit 2014 einen Hauptbahnhof und direkt daneben herrscht derzeit reger Baubetrieb. Das Neubauviertel – nach dem anliegenden Schloss Belvedere Quartier Belvedere getauft – ist hervorgegangen aus der städtebaulichen Besonderheit, dass hier vormals zwei Bahnhöfe direkt nebeneinander lagen und eine riesige Fläche besetzten, der Süd- und der Ostbahnhof der Stadt Wien. Nach deren Abriss und der Zusammenlegung der verkehrstechnischen Versorgung durch einen gemeinsamen Hauptbahnhof, wurde ein großes Areal zur Neuplanung und -bebauung frei. Die Stadt hat sich für ein gemischtes Wohn-, Geschäfts- und Freizeitviertel entschieden. Städtebaulich kommt dem Gebiet die wichtige Funktion zu, verschiedene Stadtteile, die hier aneinanderstoßen, miteinander zu verknüpfen.

Der ursprüngliche „Masterplan“ und Flächenwidmungsplan, der dem Wettbewerb für das neue Erste Bank-Gebäude zugrunde lag, sah vor, die Randbebauung des nördlich angrenzenden, gründerzeitlich bebauten 4. Bezirks Wieden fortzusetzen. Dies hätte zu „harter“ Kante zum Schweizergarten mit dahinterliegenden mehr oder weniger geschlossenen Hofstrukturen geführt. Mit Ihrem Wettbewerbsentwurf haben sich Henke Schreieck über die Vorgaben des Masterplanes hinweggesetzt, die Kante zum Schweizergarten aufgebrochen und den vis à vis liegenden Park räumlich-visuell in das Innere des neuen Campus geholt. Den Architekten war es wichtig, besondere Räume zu schaffen – nicht nur im Inneren, sondern auch in den Außenräumen. Innen ging es vor allem darum, gleichwertige Arbeitsplätze für alle Mitarbeiter zu schaffen.

Durch den Erste Bank Campus sind so gut wie alle Wiener Mitarbeiter der Bank an einem Standort vereint und die Architektur ermöglicht es, dass alle Arbeitsplätze am Fenster liegen und unterschiedliche Blicke auf die Stadt ermöglichen. Die einzelnen Gebäude sind auf unterschiedliche Art einfach oder auch zweifach gebogen und lassen gerade im Ensemble ein sehr organisches Gebilde entstehen, das auch durch seine begrünten Dächer und Terrassen gut zwischen Stadt und angrenzenden Schweizergarten vermittelt. Zwischen den Baukörpern ergibt sich eine vielfältige Raumlandschaft, die zum Teil öffentlich ist und einen Durchgang vom Park in Richtung Hauptbahnhof ermöglicht. Das mehrteilige Ensemble wird zentral durch ein zweistöckiges Atrium verbunden und erschlossen.

Architekten und Objekt

Foto: Georg Molterer

Henke Schreieck konnten mit ihrem Entwurf den Wettbewerb gewinnen, da deren Anordnung der Gebäudevolumina auf dem Grundstück große Freiheit bietet und einen fließenden Übergang von Campus und Stadt ermöglicht. Die Stadt wird Teil des Campus und der Campus Teil der Stadt.

Atrium für die Öffentlichkeit

Durchaus besonders, aber einer „Sparkasse“, die vom Gemeinnützigkeitsprinzip geleitet sein soll, auch angemessen, ist das vollkommen öffentliche Erdgeschoss des Atriums. Der Bauherr hat die erste Idee der Architekten eines offenen, aber durch Zugangskontrollen doch geschlossenen Eingangsbereichs weitergetrieben, um das Atrium zu einem „lebendigen Stadtteil“ werden zu lassen. Um die Öffentlichkeit ins Haus zu locken, hat man sich für ein vielfältiges gastronomisches Angebot entschieden, das natürlich auch den 5.000 Mitarbeitern im neuen Haus zu Gute kommt. Ebenfalls beachtlich im Rahmen eines solchen Großprojekts: Die Einbeziehung kleiner handwerklicher Betriebe, die auch mit der Auswahl „echter und möglichst natürlicher“ Materialien und der Beschränkung auf einige wenige dieser Materialien einhergeht.

Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudeensembles ist von Glas und Holz geprägt. Durch seine Brennbarkeit ist Holz als Fassadenmaterial für Hochhäuser nicht zulässig. Da Holzfenster aber durchaus zulässig sind, wurde die Fassade kurzerhand als Aneinanderreihung von Holzfenstern konzipiert. Der kleine Betrieb aus dem Burgenland, der für die Fertigung gefunden wurde, fing zwei Jahre im Vorfeld an zu produzieren und baute eigens eine Lagerhalle, um den Auftrag stemmen zu können. Die Kalkbeschichtung der Wände im Atrium stammt von einem Ein-Mann-Betrieb aus Vorarlberg. Kalk wird dort noch selbst gebrannt, abgelöscht und mit Marmormehl und Flachs als Bindemittel weiterverarbeitet. Nach dreimonatiger Produktionszeit lernte der Handwerker den ausführenden Malerbetrieb im Umgang mit seiner Technik an und betreute die Arbeiten vor Ort. Dem Bauherrn eine solche Arbeitsweise überzeugend zu begründen, ist sicher auch eine der vielen Leistungen des Architektenteams.

Mit den handwerklich hochwertigen Oberflächen und Beschichtungen harmonierend wurden Tür- und Fenstergriffe in fein mattem Edelstahl verbaut. Die Architekten haben sich aufgrund von Qualität und Funktionalität für zwei solide, zeitlose und elegante Griffmodelle von FSB in der Ausführung Edelstahl entschieden. Sowohl der von Johannes Potente entworfene FSB 1023 – eine sanfter geschwungene Variante eines U-Griffs – als auch FSB 1144 aus der Feder von Jasper Morrison mit seiner flachen, zungenförmigen Handhabe ordnen sich der geschaffenen Architektur angenehm unter. Und sie liegen dabei gut in der Hand, wie die Architekten betonen. Ein Haus, das sich Offenheit auf die Fahnen schreibt, sorgt mit dem barrierefreien ErgoSystem® E300 von FSB dafür, dass die Zugänglichkeit auch im sanitären Bereich gesichert ist. Und das natürlich nicht ohne Stil. ErgoSystem® hat verschiedene Auszeichnungen für sein Design bekommen, unter anderem den reddot design award.

Objektdetails

Fotos: Werner Huthmacher

Standort

Erste Campus

Am Belvedere 1
1100 Wien
Österreich

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