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Ein Interview über 20 Jahre BerührungsPUNKTE

Wir haben den Nerv der Zeit getroffen

14.03.18

Seit 20 Jahren gibt es BerührungsPUNKTE – die gemeinsame Initiative von Gira, KEUCO und FSB. Seit der ersten Stunde mit dabei ist Wolfgang Reul von FSB. Im Interview blickt er zurück auf die Anfänge von BerührungsPUNKTE und erinnert sich an außergewöhnliche Messestände, intensive Zeiten und lächelnde Gesichter am Canal Grande.

Was ist Ihre erste Erinnerung an BerührungsPUNKTE, als vor 20 Jahren alles begann?
Ich erinnere mich noch sehr gut an den Tag, an dem ein dicker Katalogschuber auf meinem Schreibtisch stand, in dem es der Aufschrift nach um das Thema Edelstahl ging. Darin befanden sich zwei breite Ringbuchordner von Gira und KEUCO sowie ein Katalog von FSB – so wurden die drei Unternehmen das erste Mal buchstäblich zusammengeführt. Verschickt wurde der Schuber dann an ausgewählte Architekten und Fachplaner.

Welches Potenzial haben Sie in der Kooperation der drei Unternehmen gesehen?
Zu Beginn war ich natürlich gespannt darauf, was sich aus dieser Kooperation entwickeln wird. Mit dem Erscheinen des Magazins und dem Start der Veranstaltung „Architektur im Bau“ wurde schnell klar, dass dieses Projekt sehr viel Potenzial hat, denn es entstand Kontinuität – aus einer einfachen Kooperation wurde etwas Besonderes, das den Nerv der Zeit und der Architekten getroffen hat.

Seit der ersten Stunde mit dabei: Wolfgang Reul von FSB. Im Interview blickt er zurück auf die Anfänge von BerührungsPUNKTE und erinnert sich an außergewöhnliche Messestände, intensive Zeiten und lächelnde Gesichter am Canal Grande.

Von 2004 bis 2010 wurde dreimal im Jahr zu AIB „Architektur im Bau“ eingeladen. Besucht wurden die Baustellen renommierter Architekten.
AIB war eine Veranstaltung, mit der wir Architekten auf eine neue Art und Weise ansprechen konnten – fernab des alltäglichen Terminstresses. Meistens waren das Architekten, die regelmäßig in ihren Projekten FSB-Produkte verbaut haben. Durch die Besichtigung ihrer Baustellen konnten wir ihnen etwas zurückgeben – als kleines Dankeschön. Unsere zweite Veranstaltung fand in der Hafencity Hamburg statt, bei der es über 400 Anmeldungen gab – damit hatten wir damals nicht gerechnet.

Und wie war das mit dem Magazin, das bis heute zweimal im Jahr erscheint und über 16.000 Abonnenten hat?
2001 starteten wir mit der Entwicklung des Architekturmagazins BerührungsPUNKTE, das uns eine optimale Plattform bot, um neben unseren Produkten auch interdisziplinäre Themen zu präsentieren. Sowohl bei unseren Veranstaltungen als auch bei den täglichen Besuchen in den Architekturbüros stellten wir das Magazin vor, um auf die Kooperation und die damit einhergehenden Veranstaltungen aufmerksam zu machen.

Welches Magazin oder Beitrag ist Ihnen in Erinnerung geblieben?
Besonders am Herzen liegt mir das Magazin „Stillstand“ mit dem Beitrag von Heinrich Böll „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“. Während meiner Schulzeit gehörte Heinrich Böll zur Pflichtlektüre, was mehr eine Qual war als eine Freude. Plötzlich tauchte in diesem Magazin ein Beitrag über ihn auf, der mal anders war – er gefiel mir.

Bild 1 von 6: BerührungsPUNKTE präsentierte sich zwei Mal mit einem eigenen Messestand auf der Bau in München. Hier der Gemeinschaftsstand von 2003…

Bild 2 von 6: …und hier der Stand von 2005.

Bild 3 von 6: So ging es los mit BerührungsPUNKTE: ein dicker Schuber zum Thema Edelstahl mit zwei breiten Ringbuchordnern von Gira und KEUCO sowie einem Katalog von FSB. Verschickt wurde der Schuber an ausgewählte Architekten und Fachplaner.

Bild 4 von 6: In der Reihe „AIB – Architektur im Bau“ lud BerührungsPUNKTE drei Mal im Jahr zu Baustellenbesuchen. Hier eine Gruppe im Frankfurter Lufthansa Aviation Center von Ingenhoven Architects.

Bild 5 von 6: 2012 lud BerührungsPUNKTE zum ersten Mal in den Meetingpoint. Der Treffpunkt zu den Eröffnungstagen der Architekturbiennale in Venedig ist jedes Mal untergebracht in einem eigenen Palazzo – direkt am Canal Grande mit Garten und Wasserzugang.

Bild 6 von 6: Wassertaxis gehören zu Venedig wie Brücken und Touristen. Der BerührungsPUNKTE Shuttle verbindet komfortabel und kostenlos Meetingpoint und Biennale – auch 2018 wieder.

In den Jahren 2003 und 2005 gab es auf der BAU in München sogar eigene Messestände von BerührungsPUNKTE. Was war an denen so besonders?
Sehr gut erinnere ich mich natürlich an unseren ersten Messestand – achtzehn von der Decke hängende Kugeln luden zum Hineingreifen ein und versprachen den Besuchern ein haptisches Erlebnis – ein wirklich außergewöhnlicher Messestand. Man konnte unter anderem ein Rasenstück ertasten, auf dem der Schalker Kreisel gespielt worden war. Oder eine Klinke, die auf eine ganz neue Art erlebt wurde – eine willkommene Abwechslung und eine Oase der Erholung inmitten einer trubeligen Messehalle.

Der Studentenwettbewerb „p-west“ wurde 2005 ins Leben gerufen, bei dem Architekturstudenten der drei Hochschulen TU Graz, TU Delft und TU Darmstadt eingeladen waren, exemplarische Konzepte für das Dortmunder Phoenix-Gelände zu entwickeln.
Der Studentenwettbewerb war unser erstes internationales Projekt. Das Besondere war, dass es dabei um den Architekturnachwuchs ging, der eigene Ideen entwickeln konnte. Die Studenten bekamen die Möglichkeit, sich mit ihren Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren und hatten dadurch eine Art Bewerbungsunterlage. Sowohl zu den Studierenden, als auch zu den Betreuern und Professoren hatte man teilweise engen Kontakt, der bis heute nicht verloren gegangen ist – eine intensive Zeit!

Anlässlich der Architekturbiennale in Venedig eröffnete BerührungsPUNKTE im Sommer 2012 zum ersten Mal seinen Meetingpoint am Canal Grande, der sofort zu Institution wurde. Mit welchem Gefühl gehen Sie in die Vorbereitungen für 2018?
In die Vorbereitungen gehe ich mittlerweile etwas entspannter als in den ersten Jahren, weil man die Abläufe schon kennt. Trotzdem – je näher der Termin rückt, desto mehr steigt der Adrenalinspiegel. Wir machen das ja alles, weil wir eine Leidenschaft haben für die Architektur und die Menschen, die damit zu tun haben. Da möchte man natürlich, dass alles perfekt wird! Venedig bedeutet für mich immer eine Horizonterweiterung und neue Inspirationen – sei es beim Gang über die Biennale, bei dem man immer etwas Neues über Architektur erfährt oder bei den Gesprächen mit den Besuchern und Architekten in unserem Palazzo. Durch die entspannte und lockere Atmosphäre entsteht jedes Mal ein inspirierender Austausch – auch für zukünftige Projekte. Und wenn man dann die Gäste sieht mit einem breiten Lächeln im Gesicht – dann weiß man, dass man alles richtiggemacht hat!