Baja Club Hotel, La Paz

Max von Werz Architects

Produkte

Die faszinierende Frage der Umnutzung

„Ich bin fasziniert von der universellen Frage, wie man Altes und Neues harmonisch integriert. Wie man auf der reichen Geschichte und dem Charakter eines Ortes aufbaut, ihn aber zugleich aktualisiert, um ihm neues Leben einzuhauchen,“ das sagt Architekt Max von Werz zu seiner Arbeit für das Baja Club Hotel im mexikanischen La Paz. Er hat eine ehemals als Standort der Austernperlenernte dienende Villa aus dem Jahr 1914 für den Mexikanischen Hotelier Grupo Habita restauriert und zu einem stilsicheren Hotel erweitert. Seine Herangehensweise: der Villa, dem Ort zuhören und versuchen, von dem zu lernen, was er selbst vorgefunden hat.

So ist ein Ort entstanden, der in bestem Sinne aus der Zeit gefallen scheint. Der strahlend weiße Flachbau im Kolonialstil wird heute ergänzt durch einen viergeschossigen, abgestuften Neubau, der die Zeiten wiederauferstehen lässt, in denen ein mondänes Kreuzfahrtschiff noch eine kühne neue Welt von Geschwindigkeit und romantischem Abenteuer heraufbeschwor. Von seinen Terrassen schweift der Blick auf die Bucht von La Paz. Als zwei L-förmige Gebäude legen sich Alt- und Neubau zusammen und bergen in ihrer Mitte einen begrünten Innenhof.

Kern und Schmuck des Neubaus ist eine gewendelte weiße Treppe, die im Außenraum skulpturalen Charakter entfaltet. Als Scharnier zwischen den zwei Flügeln des Neubaus positioniert, verbindet sie die vier Ebenen miteinander und führt die Gäste bis zur Sunset-Bar auf dem Dach. In einem Hinterhof wartet die neu angelegte gradlinige Poolanlage, wo die Terracotta-Töne der alten Steinmauern und neuen breiten Sitzstufen mit den glatten weißen Flächen des Neubaus kontrastieren und von rot-weiß-gestreiften Liegen begleitet werden.

Architekt und Objekt

Foto: © Vicky Reyes

„Für mich ist eine der wesentlichen Fragen bezüglich der Klimakrise, ob wir es zustande bringen werden Zurückhaltung zu üben. Die Aufwertung und Umnutzung obsoleter Bauten als eine Art der Ressourcenschonung ist in dieser Hinsicht ein maßgeblicher Faktor,“ so der Architekt Max von Werz.

Zurückhaltung üben

Bestand erhalten und zurückhaltend für neue Nutzungen ertüchtigen, dieser nachhaltige Gedanke ist für Max von Werz Architects grundlegend. Teil des umweltschonenden Ansatzes des Projekts sind aber auch vielfältige Maßnahmen zur Minimierung des Energieverbrauchs. So wurde weitestgehend auf technische Klimaregulierung verzichtet und stattdessen auf passive Lösungen gesetzt. Die auskragenden Stahlbetonbodenplatten des Neubaus dienen als Beschattung der Innenräume. Über das Areal verteilte Wasserelemente sorgen durch Verdunstung für Erfrischung im heißen und trockenen nord-mexikanischen Klima.

Zusammengearbeitet hat der Architekt mit dem Innenarchitekturbüro JAUNE. So sind Innen- und Außenräume gelungen, denen man den Respekt vor dem Bestand wirklich ansieht. Mexikos üppige Palette an Farben und Texturen, seine Handwerkstradition finden hier einen modernen aber zugleich zeitlosen Widerklang. Die Farbtöne des Hotels verweisen auf ursprüngliche Details des Anwesens, wie die handwerklich hergestellten Terrazzofliesen, das traditionelle Holzfachwerk oder mundgeblasene Glaslampen in transparenten und bernsteinfarbenen Tönen.

Die Produkte von FSB wurden als dezente optische Akzente eingesetzt. „Wobei ihre außergewöhnliche Qualität und edle Materialität von den Hotelgästen entdeckt und förmlich erfühlt werden kann“, so der Architekt, der das von ihm gewählte Griff-Modell FSB 1004 als „zeitlos und raffiniert“ beschreibt. Die Bronze-Griffe passen in ihrem warmen Farbton und mit ihrer leicht patinierten, gewachsten Oberfläche bestens zu den lebhaften mexikanischen Materialien, die das Projekt prägen und zu etwas Besonderem machen.

Objektdetails

Fotos: © Cesar Bejar

Standort

Hotel Baja La Paz Mexiko

Paseo Alvaro Obregon 265,
La Paz,
Baja California Sur,
23000, Mexico

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