

Beim ersten Konzeptgespräch zu dem Buch "Türdrücker der Moderne" hatte Otl Aicher die FSB-Mannschaft aufgefordert, die Buchstabenfolge FSB vorübergehend zu vergessen, die Herzen weit zu öffnen und nur die Sache zu sehen, nämlich die große, internationale Welt der Türklinken.
Die Vorarbeiten hatten zwei Jahre in Anspruch genommen. Zunächst wurden die Konkurrenten angeschrieben und um Material gebeten. Fast alle sagten zu. Danach begann die Spurensuche in Museen und Bibliotheken, auf Messen und Ausstellungen.
Dann machte sich der Kunsthistoriker Dr. Siegfried Gronert an die Arbeit und schrieb mit der Monographie über die Türdrücker der Moderne zugleich seine Habilitationsschrift für den Lehrstuhl Designtheorie in Weimar.
FSB ging bei diesem Buch bis an die Grenzen der Selbstverleugnung. Wir ließen es zu, dass wir in der Geschichte der Türdrücker der Moderne nur so vorkommen, wie Alfred Hitchcock in seinen Filmen, nämlich nur am Rande, im Kapitel "Deutsche Phantastik". Dafür machte sich die Designergruppe Kunstflieger später daran, zu diesem Buch eine Ausstellung mit dem Titel "Wo der Mensch das Haus berührt" zu organisieren. Jedes Designkapitel erhielt einen oder mehrere Schränke, die mit Türen verschlossen waren. Die Ausstellungsbesucher mussten die Türen mit Originaltürdrückern der jeweiligen Epoche öffnen und bekamen auf engstem Raum die Geschichte der Zeitepoche erzählt.
Eine weitere erfreuliche Spätfolge der guten Tat: Das hier beispielhaft wiedergegebene Kapitel über Max Bills berühmte "Ulmer Türklinke" führte im Jahre 2001 dazu, dass FSB dieses Design im Auftrage der Schweizer Max-Bill-Stiftung original als Re-Edition auflegen durfte.