

Band 1 der FSB-Edition stellte sich für FSB als Glücksfall heraus. Von Otl Aicher aufgefordert, über unser Tun nachzudenken, entdeckten wir, dass sich FSB seit der Firmengründung im Jahre 1881 mit dem Greifen nach Griffen beschäftigt. Damit waren Titel, Sujet und Vorgehen praktisch festgelegt. Alle weiteren Schritte ergaben sich fast von selbst.
Eine Wortanalyse der Begriffe "Greifen und Griffe" führte zur dreifachen Wortbedeutung: Tasten, Zufassen und Begreifen. Eine doppelte Dimension war erschlossen: die Welt des Gegenständlichen und die Welt des Geistigen. Das Bindeglied zwischen beiden Welten lag gewissermaßen auf der Hand. Seit eh und je produziert FSB Produkte für die Hand, Verlängerungen der Hand, Artefakte, Dinge zum Anfassen, die über die Hand begriffen und erfahren werden. Das Bindeglied war gefunden.
Otl Aicher war auf Band 1 der FSB-Edition sehr stolz. Vier große Essays hatte er beigesteuert: "greifen und begreifen", "die hand und das zählen", "erweiterungen des ich" und "wittgensteins griff". Besonders stolz war er auf das erste Essay, in dem er darlegte, dass wir Menschen in der Sprache unserer Hände denken (be-greifen, er-fassen, dar-stellen usw.). Er hat es nicht nur als ersten Text in seine spätere Essay-Sammlung (analog und digital, Berlin 1991) aufgenommen, wir wurden auch immer wieder um Nachdruckerlaubnis in anderen Publikationen gebeten. Beispielhaft sei auf die Ausgabe ARCH+ (Nr. 98, April 1983, Sonderheft Otl Aicher/Entwurf der Moderne, Seiten 32–34) verwiesen.