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TRUTEC Building

Seoul, Korea

Mitten im neuen Stadtviertel „Digital Media City“ im koreanischen Seoul befindet sich das TRUTEC Building.

Das Architekturbüro Barkow Leibinger aus Berlin stand vor der Herausforderung, ein Grundstück zu bebauen, das über keinerlei historische Rahmenbedingungen verfügte und daher auch keine Informationen für die Architektur „bereithielt“. Fernab der europäischen Baukultur, in der die Analyse historischer Gegebenheiten und die architektonische Reaktion auf den Ort fest verankert sind, erkannten die Architekten in der auf dem Reißbrett geplanten „Digital Media City“ einen Ort, der aus sich selbst heraus keine Architektur generiert, sondern sie einfach bekommt.

Das TRUTEC Building bietet mittelständischen europäischen Firmen eine gemeinsame Repräsentanz in Korea. Das Bürogebäude mit Ausstellungsräumen für große Maschinen wurde von einem internationalen Investor entwickelt. Seine zentrale Aufgabe liegt darin, den Firmen die ungewöhnliche Kombination von Büroraum und Präsentationsflächen für ihre Produkte unter einem Dach zu bieten. Die Architektur des TRUTEC Building fungiert demnach – in übertragenem Sinne – als Botschafter für erfolgreichen Technologieexport nach Asien.

Die Fassade des knapp 55 Meter hohen Kubus’ besteht fast gänzlich aus kristallinen Glaselementen, die die Umgebung des TRUTEC Building nicht nur spiegeln, sondern kaleidoskopartig brechen. Dieser faszinierende Effekt wird durch die jeweils geschosshohen 4,20 x 2,70 Meter großen Scheiben erzeugt, die in polygonale Segmente unterteilt sind und den Raum um bis zu 20 cm nach außen erweitern. Die dreidimensional gefaltete Hülle wird so zu einer abstrakten Projektionsfläche, die die angrenzenden Bauwerke gleichsam in Pixel zerlegt.

Über die plastische Gestaltung der Fassade, die auf der systematischen Variation eines einzelnen Fassadenmoduls basiert, erhält das TRUTEC Building eine Oberfläche, die es aus seinem Umfeld heraushebt und es doch zugleich auch mit seinen Nachbarbauten in eine enge visuelle Beziehung bringt. Das TRUTEC Building wirkt wie ein optischer Filter, der die Wahrnehmung – sowohl beim An- als auch beim Ausblick – auf erstaunliche Weise verändert. Der Bau enthält oberhalb der Tiefgarage im Erdgeschoss und den beiden ersten Obergeschossen die deutlich höheren Ausstellungsräume und darüber auf weiteren sieben Etagen flexibel teilbare Bürogeschosse. Der Erschließungskern ist nicht zentral angeordnet, sondern befindet sich in der östlichen, aufgrund der angrenzenden Bebauung am schwächsten belichteten Ecke des Hauses. Hier weicht die kristalline Glashülle einer geschlossenen Fassade aus dunklen Zinkschindeln.

In den Obergeschossen sind großflächig zusammenhängende und flexibel nutzbare Büroflächen untergebracht, die sich zur Straße hin orientieren. Das Erdgeschoss verfügt neben einem stützenfreien Ausstellungsraum auch über eine repräsentative Lobby mit Galerieebene. Der durch einen dreieckigen Einschnitt markierte Besuchereingang befindet sich an der diagonal zum angrenzenden Park verweisenden Nordweststrecke. Von hier aus führt eine im Grundriss ebenfalls dreieckige Stahltreppe zur Galerie und dem dort gelegenen Café.

Barkow Leibinger Architekten wählten für ihr konzeptionell hoch interessantes Gebäude die FSB-Türdrückergarnitur 1005 in Aluminium. Der schlank proportionierte, keilförmige Drücker vereint auf beste Weise die Faktoren Ästhetik und Wirtschaftlichkeit und unterstreicht damit den ideologischen Anspruch der Architekten an das TRUTEC Building. Darüber hinaus ordnet er sich „schlicht und ergreifend“, wie Barkow Leibinger den Drücker beschreiben, der anspruchsvollen Architektur unter.


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