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Landesbibliothek

Linz

Das oberösterreichische Linz ist eine Stadt mit langer Tradition und Geschichte. Zusammen mit Vilnius in Litauen trägt sie den Titel Kulturhauptstadt Europas 2009. Aus einer zuvor als bedeutende Industriestadt bekannten Siedlung ist in den letzten Jahrzehnten durch zahlreiche Maßnahmen im Bereich Umwelt und Kultur ein kleines Mekka moderner Kunst geworden, welches sich für seine Bürger durch eine hohe Lebensqualität auszeichnet.

Stellvertretend und exemplarisch für diese Entwicklung steht die Landesbibliothek Linz. Der ehedem als zweckmäßige Magazinbibliothek konzipierte Ort hat sich zu einer modernen Freihandbibliothek gemausert, die zum Lesen und Verweilen einlädt. Das mit der Umgestaltung der Bibliothek beauftragte Stuttgarter Architektenbüro Bez + Kock hat dabei dem historischen Gebäude aus dem Jahre 1930 einen neuen Komplex zur Seite gestellt, der sich wie ein „Passstück“ zwischen Bestand und Grundstücksgrenzen einfügt. Sanierung und Erweiterung, das waren die beiden Aufgaben, die sich den Architekten stellten. Dabei galt es den Charakter des denkmalgeschützten Bauwerkes in seiner Besonderheit zu erhalten. „Der Anbau nimmt zwar einerseits selbstbewusst seine Aufgabe hinsichtlich Funktion und Städtebau wahr, lässt aber andererseits das Primat des Bestandes unangetastet“, so die Architekten. Eine Konkurrenzsituation zwischen Alt und Neu sollte vermieden werden.

Der historische Teil der Bibliothek wurde im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ erbaut und zeichnet sich durch seine helle Putzfassade und die stellenweise Verwendung von Muschelkalk aus. An einer der beiden Flanken der an einer Straßenkreuzung entlanglaufenden alten Bausubstanz schließt sich der neue Baukörper an. Dem Prinzip der Sachlichkeit folgend und durch den Naturstein der Fassade nimmt er den Dialog mit dem Altbau auf. Durch die reduzierte Formensprache des Neubaus entsteht ein nahezu abstraktes Gebilde, welches somit nicht zu den vorhandenen Schmuckdetails des historischen Bestandes in Konkurrenz tritt.


Durch das historische Eingangsportal getreten, erwarten den Besucher eine lichtdurchflutete Halle mit sich galerieartig anschließenden Geschossen. Das Glasdach in der Mitte des Hauses lässt als eine Art Schnittstelle den gesamten Gebäudekomplex zusammenwachsen. Der entstandene zenital belichtete Luftraum, mit zentraler Infotheke ist das Herz der Bibliothek. Von hier aus sind über kurze Wege alle wichtigen Bereiche des Hauses zu erreichen. Die Publikumsfläche von ehemals 150 Quadratmetern hat sich auf 2000 Quadratmeter ausgedehnt. Möglich wurde dieser immense Raumgewinn durch die Verlagerung der Magazinbestände in den Kellerbereich. Vor allem der Neubau mit drei unterirdischen Geschossen bietet ausreichend Platz zur Aufnahme von Büchern.

Eine absolute Besonderheit des Gebäudes stellt der sogenannte „Erlebnisraum Altes Buch“ dar. In einem in schlichtem weiß gestalteten Zimmer fanden die barocken Bücherschränke des ehemaligen Jesuitenklosters ihre neue Heimat. Damit sind die Architekten zu den Wurzeln der Bibliothek zurückgegangen, denn die ersten Bücherbestände der Linzer Landesbibliothek stammten aus den Sammlungen der sich im späten 18. Jahrhundert auflösenden Jesuitenklöster im Umkreis. Schon 1930 wurde der Grundriss des Raums den Barockschränken entsprechend geschaffen. Das neugestaltete allseitige Weiß des Raumes vermittelt über den so entstehenden abstrakten Eindruck zum einen Wertschätzung für die wertvollen Schränke, zum anderen schaffte es ein Bewusstsein dafür, dass diese sich hier nicht an ihrem originalen Standort befinden.


Das historische Treppenhaus ist ein weiteres Highlight der gelungenen Bibliotheksumgestaltung. In Form und Funktion als zentrales Treppenhaus erhalten, wird es durch die Situierung im luftigen Raum des Innenhofs allseitig erlebbar. Für die Architekten entwickelt es sich somit „zu einem räumlichen Ausstellungsstück und wird in diesem Sinne durch das Kunstprojekt der Linzer Künstlerin Sabine Bitter gestärkt“. Die Künstlerin steuerte zu dem bereits vorhanden Fenster „Wessobrunner Gebet“ drei weitere Treppenhausfenster in Kunstverglasung hinzu, welche durch ihre Farblichkeit das gesamte Treppenhaus aufwerten.

Hochwertig, edel, schlicht, so stellt sich die Bibliothek in ihrer Gesamtheit dar. Und diese Charakteristika treffen ebenso für den von den Architekten für das Gebäude gewählten Türdrücker 1135 von FSB zu. Die traditionelle Formensprache zusammen mit der betont technisch anmutenden Gestaltung des Türschildes passen sich hervorragend in die übrigen Elemente der Landesbibliothek ein. Der Türdrücker 1135 wurde in den Ausführungen 1425 als einfache Türdrückergarnitur, 1425 | 1925 als Wechselgarnitur und 1425 | 7554 als Badgarnitur eingesetzt, hinzu kamen die Fenstergriffe 3736, die dem Design der Türdrücker entsprechen. Mit dem spiegelpolierten Edelstahl der Türdrücker entschieden sich Bez + Kock für eine Materialität, die mit Leichtigkeit als verbindendes Element zwischen Alt- und Neubau funktioniert. Das Aluminium der Fenstergriffe hingegen greift Material und Farbe der Fensterrahmen auf und korrespondiert hervorragend mit dem Naturstein der Fassade. So konnte anhand des klassischen und zeitlosen Designs der FSB-Komponenten der Brückenschlag von sanierter zu neu erbauter Bausubstanz optimal unterstützt werden.

Fotos: Stephan Baumann



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