

Informiert man sich anhand der Internetpräsenz von FSB über Beschläge aus Bronze, stolpert man unweigerlich über das Bild einer antiken Bronzescheibe verziert mit aufgesetzten goldenen Elementen des Tag- und Nachthimmels. Warum ist dieser Aspekt von Interesse, mag sich der Leser fragen, wenn der Text doch eigentlich Umbau und Sanierung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle behandeln soll? Die Verbindung liegt in eben dieser Bronzescheibe, die nämlich das wichtigste Exponat des Landesmuseums darstellt. Dabei handelt es sich um die Himmelsscheibe von Nebra, einer der bedeutendsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts. Die Scheibe zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene. Der Umbau des Museums wurde durch das Vorhandensein dieser Himmelsscheibe maßgeblich forciert, wenn nicht sogar initiiert. Einem solch bedeutenden Fund gebührt schließlich eine entsprechende Repräsentationsfläche.
Ebenso wie FSB weist auch der Museumsbau selbst eine Gemeinsamkeit mit der berühmten Bronzescheibe auf – nämlich in dem Attribut „älteste“. Das Museum ist das älteste seiner Art in Deutschland und hinsichtlich seiner Bestände eines der bedeutendsten in Europa. Erbaut wurde es in den Jahren 1912-18 vom Architekten Wilhelm Kreis. Der Baustil des Landemuseums lehnt sich zum einen an römisch-antike Vorbilder an, zum anderen orientiert er sich an der deutschen Architektur des frühen 20. Jahrhunderts. Daraus ergibt sich eine monumentale Formation, dessen Massivität allerdings durch die zart gemeißelten Pilaster der Fassade aufgelockert wird. Dennoch erinnert das Äußere des Gebäudes stark an monumentale römische Vorbildsbauten, wie zum Beispiel die Porta Nigra in Trier. Nachdem das Museum in den zurückliegenden 90 Jahre nur relativ wenig Beachtung fand, erstrahlt eines der beeindruckendsten Werke der Museumsarchitektur der Jahrhundertwende nach Umbau und Sanierung in neuem Glanz und wird somit nun endlich auch der Bedeutung der Himmelsscheibe gerecht.
Lange Zeit wurden die Räume im Erd- und ersten Obergeschoss als Depot, Bibliothek und Büro genutzt. Das zweite Obergeschoss stellte die einzige zusammenhängende Ausstellungsfläche dar. Die übrige, für Ausstellungen brachliegende Fläche sollte im Zuge der Sanierung der eigentlichen musealen Nutzung wieder zugänglich gemacht werden. Im ersten Obergeschoss finden nach dem Umbau die Dauerausstellungen ihr zu Hause, im Erdgeschoss ist unter Einbeziehung des Atriums eine großzügige Fläche für Sonderausstellungen entstanden. Verkaufsshop, Cafeteria und Vortragsraum im Erdgeschoss komplettieren die Umbauten. Die Ausstellungsfläche konnte von 700 auf 3.000 m² vergrößert werden.
Das Architektenbüro Dietzsch & Weber hat es mit einer einfühlsamen Restaurierung geschafft, dem Konzept des Erbauers Kreis neuen Ausdruck zu verleihen. Das Hauptgebäude kommt in nahezu unverändertem Gewand des frühen 20. Jahrhunderts daher. Lediglich bei dem Werkstattgebäude auf dem nordwestlichen Teil des Museumsgrundstücks, welches die zuvor über die Stadt verteilten Restaurationswerkstätten in einem Komplex zusammenfasst, handelt es sich um neue Architektur. Diese fügt sich allerdings harmonisch in den Gesamtstil des Museumsgeländes ein, indem es die gestalterischen Elemente des Haupthauses aufgreift.
Naturstein stellt das prägende Material des Museums dar. Eine Hülle aus Muschelkalk umschließt das frühe Beispiel des Stahlbetonbaus. Wie eine uneinnehmbare Festung mit zwei Wachtürmen an den Flanken der Portalseite erscheint das Museum auf den ersten Blick. Dieser imposante und die Geschichte zum Greifen nah erscheinende Eindruck wird auch beim Eintreten durch das aufgearbeitete Portal nicht gemindert. Man findet sich in der Helligkeit des zentralen glasüberdachten Lichthofes wieder, der sich als eine moderne Version des römischen Atriums präsentiert. Auf mächtigen Säulen thronen zwei darüber liegende Geschosse, die – den Lichthof umlaufend – die weiteren Ausstellungsflächen beherbergen. Die monumentale Schlichtheit der Innenräume weist Analogien zu Fabrikhallen auf, allerdings heben edle Materialien und ausgewogene Proportionen diesen Eindruck auf. Was diese Schlichtheit allerdings schafft, ist eine recht neutrale Fläche, die wunderbar für die Inszenierung der Exponate geeignet ist, da sich keine Ablenkung bietet. Große, zusammenhängende Ausstellungsflächen waren explizit gewünscht um sich konkret von der zersplitterten Raumstruktur in der Zeit vor der Sanierung abzuheben. Daher wurden räumliche Trennungen nur an statisch oder räumlich bedeutsamen Achsen hergestellt. Der durch den Lichthof erzeugte Eindruck von Helligkeit setzt sich durch die großen Fenster der Ausstellungsräume dort unbeirrt fort.
Die behutsame Restaurierung sah die Verwendung möglichst vieler historischer Elemente und Materialien vor. Somit fanden die Türbeschläge aus der Erbauungszeit wieder ihren Einsatz. Lediglich für die in einem Seitenflügel des Erdgeschosses neu geschaffene Raumachse mit Shop, Cafeteria und Vortragsraum galt es neue Beschläge zu finden. Diese sollten sich ansprechend in das bestehende Bild des Landesmuseums einfügen. Die Architekten entschieden sich daher für den FSB-Türdrücker 1106 in „AluGrau®“, dessen Design basierend auf einer beliebten Türdrückerform des 19. Jahrhunderts von dem Frankfurter Architekten Christoph Mäckler entworfen wurde. Dieser Türdrücker erfüllt die technischen Anforderungen für den Einsatz als AGL®-Objektbeschlag und ist in einer Feuerschutzausführung erhältlich, was ihn für den Einsatz bei dem Landesmuseum prädestinierte.
Die neuen Türdrücker stellen einen formalen Bezug zu den historischen Messinggriffen her; zudem entsteht durch die andersartige Materialität wie beabsichtigt eine sichtbare Trennung zwischen alt und neu. Das gediegene und zeitlose Design des FSB-Türdrückers fügt sich gekonnt in das vorhandene Konzept des Gebäudes ein. Seine Eigenschaften von Robustheit und Griffigkeit erfüllen die Anforderungen an ein von Besuchern hoch frequentiertes Gebäude. Durch die Verwendung des Türdrückers 1106 wandelt sich der beschriebene virtuelle Bezug zur Himmelsscheibe von Nebra erfreulicherweise erstmals zu einer persönlichen Bekanntschaft.