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Georg-Simon-Ohm-Hochschule

Nürnberg

Neubau für „Angewandte Chemie und Facility Management“

Bislang ist das Gebiet am Nürnberger Prinzregentenufer eher durch außergewöhnliche Jugendstilgebäude aufgefallen. Mit dem Neubau für „Angewandte Chemie und Facility Management“ auf dem Gelände der Georg-Simon-Ohm-Hochschule gesellt sich zu dieser historischen Bauweise ein moderner Stahlbeton-Skelettbau, der die ausgesprochen exponierte Flusslage bereichert und zudem einen neuen baulichen Kontrapunkt setzt. Mit dem Neubau der Chemie gelingt die Öffnung des bis dahin abgeschlossenen Hochschulareals, indem es an der östlichen Spitze des Geländes mit der städtischen Umgebung zusammenwächst und damit Teil des öffentlichen Raums der Stadt wird. Ein Symbol für die dortige enge Verzahnung von theoretischer Wissenschaft und praktischer Lebenswelt.

Der Neubau Chemie setzt unter architektonischen und ästhetischen Gesichtspunkten einen markanten Akzent mit hoher Außenwirkung. „Das Gebäude symbolisiert als neue Adresse baulich den hohen Qualitätsanspruch der Hochschule und bereichert gleichzeitig den städtischen Kontext“, ist sich Architekt Andreas Grabow sicher. Das moderne Laborgebäudes hält auf einer Grundfläche von 6.590 Quadratmetern Räumlichkeiten für die Fakultät der Angewandten Chemie und die Abteilung Technik und Facility Management bereit. Nach den Entwürfen der Nürnberger Architektenbüros „Grabow + Hofmann“ gestaltet, finden dort zehn moderne Laborlandschaften mit angegliederten Seminar- und Büroräumen Platz.


Das Gebäude stellt eine gelungene Kombination von funktionalem, ästhetischem und zeitgemäßem Bauen dar. Besonderes Augenmerk bei der Planung lag auf der energiesparenden, umweltschonenden Gebäude- und Labortechnik. Umgesetzt wurde diese ökologische Fokussierung durch die sehr kompakte Form des Gebäudes und massive, thermisch wirksame Speicherflächen. Eine Hochleistungs-Wärmerückgewinnungsanlage mit einem Rückgewinnungsgrad von 70 Prozent sowie die Nutzung von Fernwärme aus Wärme-Kraft-Koppelung machen den Neubau Chemie zu einem ökologischen Vorzeigeobjekt. Eine noch zu installierende Photovoltaikanlage wird die Umweltverträglichkeit des Gebäudes in naher Zukunft komplettieren.

Puristische und klare Architektur beherrscht das elegante, gut proportionierte Gebäude. Das Erdgeschoss ist ebenso wie die Dachzentralen hinter den drei Obergeschossen zurückgesetzt. Diese bauliche Finesse verleiht dem Gebäude einen schwebenden Charakter, der zusammen mit der außergewöhnlichen materiellen Beschaffenheit für ein unvergleichliches modernes Aussehen sorgt. Eine sichtbare Stahlbetonkonstruktion mit verhängter Fassade und die mit Gussglas- und Profilglaselementen verkleideten geschlossenen Bereiche sorgen für ein modernes, fast futuristisch anmutendes Erscheinungsbild.

Die Idee von Transparenz und Offenheit setzt sich gleichermaßen im Innenbereich fort. Die Oberflächen nahezu aller dort verbauten Materialien sind in ihrem Naturzustand belassen. Durch sichtbares Mauerwerk und ebenfalls sichtbare Betondecken und Installationen gewinnt das Gebäude einen bewusst angestrebten werkstatthaften Charakter. „Die bis ins Detail präzise geplante Betonstruktur bleibt deshalb in vielen Bereichen sichtbar, Materialfarben im Inneren prägen das Erscheinungsbild“, so erläutert Architekt Andreas Grabow das Konzept. Bewusst wurden zurückhaltende, funktionale Materialien eingesetzt, welche die prägenden Entwurfsprinzipien Großzügigkeit und Übersichtlichkeit wiedergeben.


„Herzstück des ruhigen Baukörpers“ ist die lichtdurchflutete Halle, die zentral positioniert die Idee von Offenheit als ein über alle Gebäudeebenen reichendes Element aufnimmt. Als Lichtgeber verleiht sie ebenso der Transparenz erneuten Ausdruck. Hinterleuchtete Dias unter Stahlstegen an den Wänden setzen die Lichtkunst des Gebäudes als eine Idee der Münchner Künstlerinnen Haubitz und Zoche auf einfallsreiche Weise fort. Offene Stahltreppenläufe verbinden die verschiedenen Innenraumebenen miteinander. In die Laborbereiche eingestellte Holzboxen fungieren als Seminar- und Professorenbüros.

Zuverlässige und unaufgeregte Beschläge, die den hohen Belastungen eines Hochschulbetriebes standhalten und die in ihrer Schlichtheit dennoch ein sehr gutes Design offerieren, waren für den Neubau der Chemie gefragt. Deshalb entschieden sich die Architekten für Fensterbeschläge und bei Rohrrahmentüren für Türdrücker des FSB-Programms 1023 aus Edelstahl, bei Techniktüren für die Aluminiumausführung desselben Programms. Die Fenstergriffe 3423, die Türknöpfe 2346 und für die Fassadentüren die Ziergriffe 3657, allesamt in Edelstahl, komplettieren die ausgewählten FSB-Produkte. Angelehnt an die in den 50er Jahren von dem Designer Max Bill entworfene „Ulmer Türklinke“ – den Türgriffen von Schweizer Eisenbahnwaggons nachempfunden – entwickelte Johannes Potente dieses Konzept eines widerstandfähigen und zudem ästhetisch ansprechenden Drückers für FSB weiter. Die Türklinke 1023 erfüllt die für den Neubau geforderten Eigenschaften von Zuverlässigkeit und gutem Design auf hervorragende Weise. Die leicht gebogene Form erlaubt eine angenehme Bedienbarkeit. Der Türdrücker fügt sich auf zurückhaltende Weise optimal in das Gesamtkonzept des Gebäudes ein.



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