

„Berlins modernstes Kaufhaus“, wie die Berliner Morgenpost die umgestaltete Galeria Kaufhof am Alexanderplatz nennt, schreibt eine ebenso lebendige Geschichte wie seine Umgebung. Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich an ähnlicher Stelle das Hermann Tietz Warenhaus, das nach Enteignung der Gründerfamilie Tietz und dem Abriss in den sechziger Jahren dem Gesamtkomplex Alexanderplatz und dem Centrum-Warenhaus wich. Erst nach der Wiedervereinigung wurde das Warenhaus Teil der Kaufhof AG.
Im Rahmen des Masterplans von 1993 entstand ein neues städtebauliches Konzept, das dem Alexanderplatz einen städtischen Maßstab zurückgeben und zugleich die Verdichtung der Bebauung fördern sollte. Rund zehn Jahre später entwickelte der Architekt Prof. Josef Paul Kleihues seinen Entwurf für die Erweiterung und den Umbau zur heutigen Galeria Kaufhof. Jan Kleihues setzte das Werk seines 2004 verstorbenen Vaters fort.
Das gesamte Haus erfuhr eine Vergrößerung um 25 Meter in Richtung Alexanderplatz, das 4. und 5. OG, zuvor für Technik und Verwaltung genutzt, wurden in Verkaufsräume umgewandelt. Heute verfügt das Flaggschiff des Kaufhof-Konzerns auf sechs Etagen über 35.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.
Die im Zentrum platzierten 20 freitragenden Rolltreppen mit einer Länge von je 24 Metern gelten in ihrer futuristisch anmutenden Anordnung als einzigartig in Deutschland. Die gläserne Kuppel bildet mit dem lichtdurchfluteten Atrium und der Fahrtreppenanlage den Mittelpunkt des Hauses.
Ein wesentliches Merkmal des neuen Konsumtempels ist seine schlichte und zeitlose Fassadengestaltung aus plastisch gegliederten Natursteinflächen und Glas. Die moderne Interpretation der klassischen Warenhaus-Architektur spiegelt sich auch in den großen Eingängen und dem zweigeschossigen Sockel wider. Von der markanten Aluminiumwaben-Fassade aus DDR-Zeiten blieb nichts erhalten, sie wurde zu Gunsten wohltätiger Zwecke versteigert.
Entsprechend der klassisch-schlichten Architektur des Hauses wählte Kleihues das FSB-Türdrückermodell für Rahmentüren 7820 und den Knopfdrücker FSB 0802, beides aus messingfarbig-eloxiertem Aluminium (E5 EV3).
Entscheidend war für Kleihues in dem Zusammenhang die Anpassung der Türdrücker an die Fassadenprofile, die in gleicher Farbigkeit und Oberflächenbehandlung gewählt wurden. Für ihn stand die „zurückhaltende und ruhige Gestaltung“ heterogener Funktionen wie Fluchttüren, Schaufenster, Geschäftsfassaden und Feuerwehrzugänge im Mittelpunkt. Nur die Eingangstüren wurden mit Sondergriffen versehen, die sich bewusst vom Rest des Gebäudes absetzen.
Für Kleihues stehen die verbauten FSB-Produkte für „Schlichtheit, Funktionalität und Klassik“ und unterstreichen damit auf beste Weise sein architektonisches Konzept der geraden Linien und klaren Strukturen.
Fotos: Achim Kleuker