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Bauernhaus Scholz

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Im Jahr 2002 stand es kurz vor seinem Abriss. Das Bauernhaus sollte im Zuge der Ausweisung eines Neubaugebietes Platz machen für ein Einfamilienhaus. Doch zum Glück kam es anders. Der Sendener Architekt Eckhard Scholz kaufte das Haus auf und gestaltete es zu einer geschmackvollen Repräsentanz für sein Architektenbüro und als Wohnhaus um.

Das Fachwerkhaus ist ein traditioneller Vierständerbau aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit der Nutzung des Hauses als Arbeits- und Wohnstätte konnte der Architekt neben der Restauration der baulichen Substanz die traditionelle Zweiteilung des Gebäudes fortsetzen. Wie bei Höfen des Münsterlandes üblich, diente der Hof Lütke Werning neben dem Wohnen auch als Stallung für die Tiere. Diese wirtschaftliche Komponente findet unter Eckhard Scholz mit dem Einzug seines Büros in den ehemaligen Stallteil ihre Fortsetzung. Als kleine Abwandlung in Bezug auf die historischen Gegebenheiten erhielten die beiden Haushälften zur klaren Trennung von Wohnen und Arbeiten separate Eingänge an der Stelle der ehemaligen Wirtschaftstüren.

Eine neue Bodenplatte und die Reparatur geringer Fundamentteile liefert die nötige Standfestigkeit und den Feuchtigkeitsschutz, um der darauf fußenden historischen Fachwerkkonstruktion für viele weitere Jahre sicheren Halt zu gewährleisten. Das Fachwerk wurde handwerksgerecht repariert und der Feldbrandstein neu verfugt. Ein Beispiel für den bedachten Umgang mit der altehrwürdigen Bausubstanz ist das Eindecken des reparierten Dachstuhls mit den alten Pfannen. Wo es möglich war, wurde die alte Bausubstanz erhalten. An Stellen, an denen neue Materialien zum Einsatz kamen, sind diese klar erkennbar und zollen somit dem alten Gebäude den nötigen Respekt. Das Hinzugefügte ist immer als Eingriff ablesbar und erfolgt in klarer moderner Formensprache. Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass es sich um ein dem historischen Stil des Münsteraner Bauernhauses nachempfundenes Gebäude handelt. Die Betonung liegt vielmehr auf dem Aufzeigen der traditionellen Bausubstanz gepaart mit neuen Elementen. Dennoch oder gerade wegen dieser eindeutigen Trennung zwischen alt und neu zeigt sich das Bauernhaus als ein gelungenes Projekt. Alt und Neu fügen sich zu einer Gesamtheit zusammen.


Die sorgsame Restauration des Äußeren macht neugierig auf den Blick in das Innere des Bauernhauses. Alte Fachwerkbalken, helle weiße Wände, Holzdielen und das neue, aber zurückhaltend eingesetzte Material Stahl erzeugen einen ersten Eindruck von traditioneller und gleichzeitig zurückhaltend moderner Atmosphäre. Das Büro erscheint überraschend lichtdurchflutet durch die Verglasung des großen Tennentorbogens und das Firstlicht. Der dreischiffige ehemalige Bereich der Stallungen lieferte die ideale Voraussetzung für ein modernes Großraumbüro. Im westlichen Seitenschiff entstand ein durch eine Glaswand abgetrennter Besprechungsraum. Auf Höhe der ehemaligen Zwischendecke wurde ein weiterer Arbeitplatz geschaffen. Eine neue Treppenskulptur führt zum einstigen Heuboden im Dachgeschoss, der als weiterer Großraum in seiner vollen Höhe bis zum First für das Architekturbüro genutzt wird.

Der zum Teil zweigeschossige Wohnteil ist geprägt durch die traditionelle Raumaufteilung der ortstypischen Bauernhäuser. Die Ebene der in den 1960ern zerstörten Upkammer– ein Raum im Wohntrakt hinter dem Kamin, der wegen eines darunter liegenden, halb oberirdischen Kellers höher liegt als die übrigen Zimmer – wurde wieder eingezogen und dient jetzt als Spielzimmer. Der darunter liegende freigelegte Teilkeller beherbergt den Hauswirtschaftsraum und die Hausanschlüsse. Über die neu geschaffene filigrane Stahltreppe gelangt man in das Dachgeschoss, welches den Schlafräumen und dem Bad Platz bietet. Durch die nachträglich aufgesetzten Gauben über dem Wohnbereich ist dieser auch von außen in seiner Funktion gegenüber dem Wirtschaftsteil ablesbar und belichtet die Schlafräume auf dem ehemaligen Heuboden.


Unter möglichst weitreichendem Erhalt der vorhandenen Struktur und Bausubstanz und in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege fand eine detailgenaue Restauration statt, bei der in erster Linie natürliche Materialien wie Lehm, Kalk und Holz Verwendung fanden. Gewachster Stahl als modernes Material wurde für die Türzargen und Möbel eingesetzt. Zur besseren Belichtung der Innenräume sind an manchen Stellen neue Fensteröffnungen in die Fassade geschnitten und diese mit schmalen Stahleinfassungen gerahmt worden. Die neuen Türzargen setzten diesen schmalen Akzent durch eine knapp gefertigte, handgemachte Konstruktion aus Flachstahl fort. Eine aus Strohlehmziegeln gemauerte Innenschale mit Holzleichtlehmschüttung ist für die Innendämmung der Wände verantwortlich. Damit konnte unter dem erneuten Einsatz historisch bekannter Materialien eine fachgerechte und das Fachwerk erhaltende Lösung realisiert werden, die zudem den Einsatz einer Wandheizung im Lehmputz ermöglichte.

Der bewusste Kontrast von Neu gegen Alt setzt sich bei der Wahl der FSB-Produkte fort. Während die Originalbeschläge in Messing daher kommen, wurde mit der Wahl des Materials Edelstahl bei den neuen Beschlägen auch hier diese Trennung vollzogen – Edelstahl als modernes Material gegenüber dem eher traditionellen Messing. Der Architekt Scholz entschied sich für das FSB-Programm 1015 in Edelstahl, wobei die normalen Türen, im Gegensatz zu den WC-Türen, nur mit Drücker und Drückerrosette, nicht aber mit Schlüsselrosette ausgestattet sind. Der Türdrücker besticht durch eine leicht geschwungene Form, die ihm ein schlichtes, klares und elegantes Aussehen verleiht, welches zudem durch eine gute Handhabung überzeugt. Für Scholz verkörpert der Türdrücker 1015 die Eigenschaften von Unauffälligkeit, Zeitlosigkeit und Langlebigkeit. Damit vereint der Drücker 1015 die Attribute zurückhaltend und modern und liefert mit seinem hochwertigen Äußeren die optimale Lösung für das Bauernhaus in Senden. Da Scholz Wert legt auf ein Qualitätsprodukt, bei dem er sicher sein kann, dass dieses in Fabrikation, Haltbarkeit und Qualität den übrigen Materialen des Bauernhauses gleichwertig ist, entschied er sich für das Unternehmen FSB. Zudem war es ihm wichtig, im Zeitalter von globalen Märkten und Produktpiraterie auf ein einheimisches und originäres Produkt zurückzureifen.



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