

Im Zentrum Bochums, ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs an der Wittener Straße und damit in einer optimalen städtebaulichen Lage, befindet sich die neue Hauptverwaltung des BP-Konzerns.
Das Hamburger Architekturbüro Rothe Richter Teherani stand vor der Herausforderung, alten Baubestand sowie die angrenzende Landschaft des Kortumparks unter Berücksichtigung der weltweit einheitlichen und an den modernsten Standards orientierten BP-Bürophilosophie in einem gleichermaßen ansprechenden wie funktional überzeugenden architektonischen Konzept zu vereinen.
Unter Einbeziehung intakter teilweise renovierter Altbauten entwarfen die Architekten einen Gebäudekomplex, der eine neue städtebauliche und architektonische Einheit bildet. Als Reaktion auf den angrenzenden Villenbestand wurde das neue Gebäude in mehrere Baukörper gegliedert. Vom Kortumpark ausgehend, entwickelte sich so eine eingeschossige Sockelzone zum mehrgeschossigen Eingangsgebäude an der Wittener Straße, das der Flucht des Altbaus folgt.
Über der Sockelzone im Norden „schweben“ einzelne, zum Park ausgerichtete Bürotrakte. In Anlehnung an die Integration in die umliegenden Grünflächen bezeichnet Hadi Teherani diesen Komplex als „vertikale Pavillons im Grünen“. Die Bürogebäude sind diagonal angeschnitten, um einen optimalen Blick auf den Park zu gewährleisten. Die umgebende Landschaft kann so zwischen die Gebäude eingreifen und so eine Art Verzahnung schaffen. Mit den rautenförmigen Pavillons entstanden vier Einzelkörper, die vorgelagert zwischen Stadt und Park vermitteln.
Die neue BP-Hauptverwaltung verfügt über zwei horizontale Erschließungsachsen. Im Sockelbereich befinden sich der Empfangs- und Eingangsbereich sowie die Konferenzzone und die Kantine. Die Skywalks im vierten Obergeschoss verbinden die Pavillons und bilden einen zusätzlichen, geschlossenen Ring, der auch den Altbau mit einbezieht. Zur Verkürzung der Wege wurden zwischen Eingangsgebäude und erstem Pavillon zwei zusätzliche Brücken gebaut. Sie bilden gleichzeitig eine transparente Schallschutzwand für den Innenhofbereich gegen die Wittener Straße.
Die Architekten entschieden sich bewusst gegen eine typische Lochfassade mit Fenstern. Sie bevorzugten geschosshohe Öffnungen, die den Mitarbeitern einen attraktiven Ausblick ermöglichen. Der vertikale Versatz der Pavillonfenster erzeugt eine dezente Lebendigkeit und verleiht der Fassade zugleich ein flächiges Aussehen. Die Homogenität der Gebäudehülle wird durch die unterschiedlich großen Fensteröffnungen unterstrichen. An den parkwärts orientierten Nordost- und Nordwestseiten sind die Fenster größer, an den beiden südlichen Seiten kleiner. Im Innern wurden die Fensterleibungen einseitig abgeschrägt, wodurch auch der indirekte Lichteinfall erhöht werden konnte. Die Anpassung der Fenstergrößen an die Sonnenverhältnisse schafft für alle Arbeitsplätze ähnliche Licht- und Wärmeeinstrahlungsbedingungen.
Die glatte metallische Außenhaut der Pavillons mit den nahezu bündig eingesetzten Fenstern und den schrägen Innenlaibungen ist fast die formale Umkehrung der Fassadenprofilierung des Empfangsgebäudes. Dort zeigt sich eine plastisch durchgearbeitete Außenfläche aus schwarzem Naturstein. Die Architekten haben mit der BP-Hauptverwaltung ein Gebäude geschaffen, das sich hervorragend in die bestehende Struktur und Umgebung einfügt und gleichzeitig neue Akzente an der Wittener Straße setzt.
Im Rahmen dieses Projektes entschieden sich Rothe Richter Teherani für das FSB-Türdrückermodell 1015 und dem Fenstergriff 3424. Der Designer Johannes Potente entwickelte das vermutlich in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entstandene Modell des Drückers weiter und schuf eine sehr klare Form, die u.a. in den Niederlanden beliebt ist.
Die Fenster und Türen wurden aus technisch-funktionalen Aspekten und entsprechend dem Gesamtgestaltungskonzept mit Garnituren aus Edelstahl ausgestattet. „Die FSB-Produkte fügen sich unaufdringlich in die Architektursprache der neuen BP-Zentrale ein“, unterstreicht Teherani die Modell-Wahl. Die „schlichte Eleganz“ der verbauten Produkte sollte nicht zu technisch wirken und dem Nutzer als „angenehm und selbstverständlich“ erscheinen. Den Drücker bezeichnen die Architekten als „individuell und elegant“ und der Fenstergriff sei „stimmig, dezent und unaufdringlich positiv“.
Fotos: Jörg Hempel